Am 24. Februar 2026 um 19:30 Uhr wird in ‚die Börse‘ ein Vortrag von Ulrich von der Stein aus Velbert stattfinden, der sich mit den Mechanismen des Wirtschaftslobbyismus beschäftigt. Dabei wird der Fokus auf die soziale Ungleichheit in der Gesellschaft gelegt. Die Debatte um die gerechte Besteuerung der Reichen ist in Deutschland seit Jahrzehnten ein heiß diskutiertes Thema, insbesondere seit der Abschaffung der Vermögenssteuer im Jahr 1996 unter der Regierung von Helmut Kohl (CDU). Seitdem haben sich die obersten Dezile der Einkommen und Vermögen nicht entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit am Wohle der Allgemeinheit beteiligt, was zu Haushaltslöchern in Milliardenhöhe geführt hat, die in den kommenden Jahren gestopft werden müssen. Während die Unter- und Mittelschicht zur Kasse gebeten wird, profitieren die Oberschicht und die wirtschaftlichen sowie politischen Eliten von Steuergeschenken, insbesondere beim Vererben.

Die letzte Erhebung der Vermögenssteuer fand 1996 statt, zuvor wurde sie seit 1923 erhoben. Bei ihrer Abschaffung erhielten die Bundesländer als Ausgleich 8,16 Milliarden D-Mark. Der Vermögenssteuersatz für natürliche Personen betrug ab 1978 0,5 Prozent, und nach der Wiedervereinigung wurde die Steuer in den neuen Bundesländern nicht mehr erhoben. Kritiker der Vermögenssteuer, zu denen die CDU/CSU, FDP und AfD gehören, warnen vor einer Doppelbesteuerung und hohen Erhebungs- sowie Befolgungskosten. Sie argumentieren, dass eine höhere Besteuerung der Hochvermögenden der Wirtschaft schaden könnte, während Befürworter, darunter die SPD, Grünen und Linken, einen hohen Freibetrag von mindestens einer Million Euro für die Wiedereinführung vorschlagen.

Wirtschaftslobbyismus und soziale Ungleichheit

Der Vortrag von Ulrich von der Stein wird die enge Verbindung zwischen Wirtschaftslobbyismus und der zunehmenden sozialen Ungleichheit beleuchten. Die Diskussion über ungleiche Vermögensverteilung hat seit 2017 an Fahrt aufgenommen, und die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich ist ein zentrales Thema in der öffentlichen Debatte. Oxfam hat kürzlich auf diese Problematik hingewiesen und festgestellt, dass die Ungleichheit weltweit zunimmt. In Deutschland sind über 1,6 Millionen Millionäre steuerlich begünstigt, während die Steuerlast auf Arbeitseinkommen nur geringfügig gesenkt wurde, während die Steuersätze auf nicht ausgeschüttete Gewinne seit 1996 halbiert wurden.

Zusätzlich gibt es rechtliche Unsicherheiten in der Vermögensbewertung, die eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer kompliziert gestalten. Dennoch bleibt das Vermögenssteuergesetz formell bestehen. Ein Vergleich der Steuersysteme in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigt, dass das Schweizer Modell Mehreinnahmen von bis zu 73 Milliarden Euro generieren könnte. Diese Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit einer umfassenden Debatte über die gerechte Besteuerung und die Rolle des Wirtschaftslobbyismus in dieser Diskussion.

Der Weg zur gerechten Besteuerung

Die Widerstände gegen eine gerechte Besteuerung der Reichen sind stark, doch es gibt auch Lichtblicke. Vorschläge zur Wiederbelebung der Vermögenssteuer kommen von verschiedenen politischen und sozialen Akteuren, die sich für eine gerechtere Verteilung der Vermögen stark machen. Die Frage bleibt, ob und wie sich die politische Landschaft in Deutschland verändern wird, um eine gerechte Besteuerung der Reichen zu ermöglichen. Am 24. Februar 2026 wird der Vortrag von Ulrich von der Stein sicher dazu beitragen, diese wichtige Debatte weiterzuführen. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich in ‚die Börse‘ einzufinden und an diesem spannenden Austausch teilzunehmen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der ausführlichen Analyse auf njuuz.de und der Diskussion zur Vermögenssteuer auf Deutschlandfunk.