Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Nordrhein-Westfalen steht derzeit im Fokus eines massiven Streiks, der von der Gewerkschaft Verdi ausgerufen wurde. Verdi befürchtet, dass sich der bereits akute Personalmangel im ÖPNV weiter verschärfen könnte, wenn die Arbeitsbedingungen nicht zeitnah verbessert werden. Besonders betroffen von diesen Streiks sind Menschen, die auf einen zuverlässigen Betrieb von Bahn und Bus angewiesen sind, wie etwa Pendler und sozial schwache Gruppen, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind (WDR).

Die Tarifverhandlungen, die unter der Leitung von Heinz Rech, einem Gewerkschafter von Verdi NRW, stehen, betreffen nahezu alle großen Städte in Nordrhein-Westfalen, darunter Bonn, Köln, Düsseldorf, Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen, Dortmund, Hagen und Bielefeld. Ausgenommen von diesen Verhandlungen sind die Aachener Verkehrsbetriebe Aseag. In Wuppertal hingegen werden die Busse und Bahnen am nächsten Tag weiterhin fahren.

Hintergrund der Streiks

Für den 27. und 28. Februar 2026 sind bundesweite Arbeitskämpfe im kommunalen Nahverkehr geplant, die eine ganztägige Stilllegung der Busse und Bahnen in zahlreichen kommunalen Unternehmen zur Folge haben werden. Diese Streiks betreffen über 30 öffentliche Verkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen, die rund 30.000 Beschäftigte beschäftigen. Der Betrieb von S-Bahnen und Regionalzügen bleibt jedoch unberührt (ver.di).

Die Hauptthemen der Verhandlungen sind unter anderem die Arbeitsbedingungen, Wochenarbeitszeit, Schichtdienste und Sonntagszuschläge. Verdi fordert eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich sowie eine Mindestruhezeit von 11 Stunden zwischen den Schichten. Weitere Forderungen beinhalten einen Zuschlag für Sonntagsarbeit von mindestens 40 Prozent und eine Erhöhung des Freistellungsumfangs für Gewerkschaftsarbeit.

Die Gewerkschaftsbewegung und ihre Ziele

Am 27. November 2025 startete Verdi die Tarifrunde für die Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr in Deutschland. In dieser bundesweiten Bewegung sind etwa 150 kommunale Unternehmen in allen 16 Bundesländern sowie in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen betroffen. Angesichts der hohen Fluktuation und der Notwendigkeit, Fachkräfte zu gewinnen, fordert Verdi bessere Arbeitsbedingungen. Diese Forderungen variieren je nach Bundesland und beinhalten vor allem eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit, eine Verlängerung der Ruhezeiten und eine Erhöhung von Zuschlägen für Nacht- und Wochenendarbeit (LabourNet).

Die Verhandlungen mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden (KAV) kommen nur schleppend voran, trotz mehrerer Verhandlungsrunden. Die Gewerkschaft hat angekündigt, dass die Beschäftigten bereit sind, für ihre Forderungen zu kämpfen. Eine Studie von Verdi und der Klimaallianz Deutschland belegt zudem die hohen Belastungen durch Schichtarbeit im Fahrdienst im Vergleich zu anderen Branchen.

Insgesamt zeigt sich, dass die aktuellen Streiks und Tarifverhandlungen im ÖPNV nicht nur die Beschäftigten betreffen, sondern auch weitreichende Auswirkungen auf die Mobilität der gesamten Bevölkerung haben werden. Die nächsten Streiktage im Februar 2026 könnten den Verkehr in vielen Städten lahmlegen und verdeutlichen damit die Dringlichkeit der Forderungen aus der Gewerkschaft.