In Köln ist die Sorge um die steigenden Energiekosten allgegenwärtig. Laut einem aktuellen Bericht von Kamen-Web haben im Kreis Unna über 19.600 Menschen Schwierigkeiten, ihre Energie-Rechnungen pünktlich zu begleichen. Diese Einschätzung basiert auf den Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) und nennt insbesondere Singles, Paare, Familien, alleinerziehende Eltern und Senioren als häufig betroffene Gruppen.
Die Situation ist besorgniserregend, denn bundesweit kämpfen etwa 5 Prozent der Bevölkerung mit Zahlungsverzögerungen bei ihren Strom- und Gasrechnungen. Interessanterweise sind Mieter dabei häufiger betroffen als Eigentümer. Torsten Gebehart, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Dortmund, fordert daher eine Senkung der Stromsteuer für private Haushalte. Er argumentiert, dass niedrigere Strompreise sofortige Entlastung bringen würden und appelliert an die Bundestagsabgeordneten aus der Region, sich für einen dauerhaften Stromsteuer-Rabatt einzusetzen.
Energiearmut: Ein wachsendes Problem
Die Heizsaison 2025 hat bereits begonnen, und viele Wohnungen in Deutschland bleiben kalt. Das Institut für Menschenrechte berichtet, dass im Jahr 2024 etwa 4,2 Millionen Menschen in Deutschland ihre Strom- und Gasrechnungen nicht bezahlen konnten. Dies hat zur Folge, dass zunehmend Haushalte in eine gefährliche Energiearmut driften, da zahlreiche Nebenkosten kontinuierlich steigen.
Laut dem Öko-Institut sind rund 10% der Haushalte in Deutschland besonders anfällig gegen steigende Energiepreise. Dies trifft vor allem Familien mit Kindern, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und Frauen. Besonders alarmierend ist, dass die Anzahl der betroffenen Haushalte voraussichtlich weiter ansteigen wird, nicht zuletzt durch den ansteigenden CO₂-Preis für fossile Brennstoffe, der 2021 eingeführt wurde und ab 2027 von einem neuen EU-Emissionshandelssystem abgelöst wird.
Praktische Tipps für Betroffene
Was sollten betroffene Haushalte tun, um mit dieser Situation umzugehen? Experten von der Verbraucherzentrale raten dazu, bei Problemen mit der Zahlung von Rechnungen aktiv zu werden. Eine pünktliche und gewissenhafte Bezahlung der Raten an den Versorger ist entscheidend, um eine Energiesperre zu vermeiden. Wenn der Rückstand größer wird, können Teilzahlungen vereinbart werden oder entsprechende soziale Hilfen beantragt werden, um wieder Zugang zu Strom und Gas zu erhalten.
Wenn bereits eine Energiesperre erfolgt ist, sollte umgehend gehandelt werden. Anbieter sind verpflichtet, die Sperrung sofort aufzuheben, sobald die Rückstände beglichen sind. Oft ist die Wiederherstellung des Stroms von verschiedenen Faktoren abhängig, einschließlich der Auslastung des Sperrdienstes.
In der aktuellen Lage sind nicht nur die privaten Haushalte in Not, sondern auch öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Schwimmbäder und Krankenhäuser. Stabile Energiekosten sind hier unerlässlich, und Gebehart von der NGG Dortmund begrüßt die geplante Senkung der Stromnetzentgelte sowie die Befreiung von Gaskunden von der Gasspeicherumlage als Maßnahmen zur Entlastung der Allgemeinheit.