In der Unnaer Innenstadt wird ein Kapitel nach 55 Jahren geschlossen – das Modehaus Kroes zieht den Stecker. Bereits seit mehreren Wochen läuft der Räumungsverkauf, bei dem modische Items mit satten Rabatten von 30 bis 70 Prozent angeboten werden. Damenoberteile, -hosen und Winterjacken sowie Inneneinrichtung und Dekopuppen im Preisbereich von 30 bis 50 Euro finden sich im Sortiment, aber die Auswahl könnte bereits stark eingeschränkt sein, warnen Insider. Der Standort in Beckum bleibt jedoch unberührt von dieser Schließung, führt Benno Kroes sein Geschäft dort weiter, während er sich auch stärker auf sein Engagement bei der Kemna Immobilien Gruppe konzentriert, wie Rundblick Unna berichtet.

Der Schlusspunkt für das Unnaer Modehaus wird mit einem Abschiedsfest gefeiert, was die Bedeutung des Geschäfts für die lokale Gemeinschaft unterstreicht. Über die Jahre hat sich das Einkaufsverhalten drastisch verändert und die Coronapandemie hat die Sache nicht einfacher gemacht. Die Schließung von Kroes ist nicht nur ein Verlust für die Innenstadt, sondern zeigt auch eine wachsende Problematik: Leerstände. So steht seit drei Jahren ein Ladenlokal des ehemaligen GameStop leer, und auch andere Geschäfte wie der Kodi-Markt sowie Engbers und C&A kämpfen mit ähnlichen Schicksalen. Doch die Stadt Unna unternimmt nun Schritte gegen diese Tendenzen. Mit einem Förderprogramm, das fast eine halbe Million Euro umfasst, will sie die Attraktivität der Innenstadt erhöhen und neue Existenzgründungen unterstützen, wie WAZ erwähnt.

Herausforderungen für Innenstädte

Die Herausforderungen für die Unnaer Innenstadt sind Teil eines größeren Trends in vielen deutschen Städten. Die Publikation des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hebt hervor, dass sich Innenstädte im Umbruch befinden. Faktoren wie der Onlinehandel sowie die verstärkten Veränderungen durch die Coronapandemie wirken sich auf die stationären Geschäftsmodelle aus und erfordern kreative Lösungen. Die Forschungsergebnisse betonen, wie wichtig es ist, neue Konzepte vor Ort zu erproben und die Identität dieser Begegnungsorte zu bewahren. In diesem Kontext gewinnt die Unnaer Innenstadt neue Relevanz, wenn es darum geht, die Lebensqualität zu steigern und die Zukunft gemeinsam zu gestalten, wie BBSR darstellt.

Die Stadt will zudem ein Auge auf die Leerstände haben und sucht nach kreativen Wegen, um alte Ladenflächen neu zu beleben. Es bleibt abzuwarten, welche Ideen und Initiativen in den kommenden Jahren zur Stärkung der, durch das Modehaus Kroes einmal gelebten, Einkaufsatmosphäre beitragen werden. Denn trotz aller Herausforderungen: Die Hoffnung auf eine lebendige Innenstadt, die sowohl Neuankömmlinge als auch alteingesessene Kunden anzieht, bleibt bestehen.