Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist seit ihrer erstmaligen Sichtung in Deutschland im Jahr 2014 auf dem Vormarsch und breitet sich weiter aus. Aktuell hat sie besonders den Niederrhein erreicht, wo sie seit 2022 in Krefeld und dem Kreis Viersen zu finden ist. Diese invasive Art stellt nicht nur eine Bedrohung für heimische Insekten, sondern vor allem für Honig- und Wildbienen dar, die die Bestäuber unserer Flora sind. Sie dezimiert Bienenvölker und gefährdet somit die Artenvielfalt in der Region, wie rheinischer-spiegel.de berichtet.
Die Asiatische Hornisse zeigt ein rapides Ausbreitungsverhalten und kann sich jährlich bis zu 80 Kilometer zurücklegen. Mit einer schockierenden Nistdichte von bis zu 15 Nestern pro Quadratkilometer gefährdet sie die Natur erheblich. Experten warnen, dass die langfristige Präsenz dieser Art zu einem Verlust der Bestäuber und damit zu einer Störung des ökologischen Gleichgewichts führen könnte. Der Entomologe Dr. Manfred Verhaagh bestätigte diese Aussagen und macht darauf aufmerksam, dass die Hornisse in ihrer Heimat kaum natürliche Feinde hat und sich ungehindert vermehren kann, was die Lage verschärft, wie zdfheute.de erläutert.
Gemeinsame Anstrengungen zur Bekämpfung
Um dieser Gefahr zu begegnen, hat der Kreisimkerverband Krefeld-Viersen e. V. eine kreisübergreifende Taskforce gegründet. Diese ehrenamtliche Gruppe arbeitet eng mit der unteren Naturschutzbehörde im Kreis Viersen zusammen. Ein zentrales Element ihrer Strategie ist die mit finanzieller Unterstützung durch lokale Volksbanken angeschaffte Lanzentechnik, mit der Nester in Höhen von bis zu 30 Metern erreicht und entfernt werden können. Der Einsatz dieser Technik wurde bereits vor Ort demonstriert, wobei erfolgreich ein Nest in Boisheim beseitigt wurde, berichtet der rheinischer-spiegel.de.
Doch die Entfernung von Sekundärnestern bleibt eine Herausforderung, da diese oft in Höhenlagen angelegt werden, die selbst für die besten Hilfsmittel schwer zugänglich sind. Die Saison für Hornissennester neigt sich zwar dem Ende zu, doch die Aufmerksamkeiten sollten nicht nachlassen. Der Kreisimkerverband empfiehlt, alte Nester, in denen sich überwinterte Königinnen ansiedeln können, im Blick zu behalten. Meldungen von Sichtungen können an die E-Mail-Adresse meldung@kivkv.de gesendet werden.
Die Herausforderung für die Biodiversität
Die Bedrohung durch die Asiatische Hornisse ist nicht nur lokal, sondern betrifft auch die gesamte Biodiversität in Deutschland. In Bayern beispielsweise wird sie ab März 2025 nicht mehr als invasive Art eingestuft, sondern als weit verbreitet, was bedeutet, dass die Entfernung von Nester nur bei gravierender Gefahr für die Biodiversität finanziert wird. Dies stellt die Imker vor zusätzliche Herausforderungen, da sie in diesen Fällen selbst für die Entfernung aufkommen müssen, wie br.de berichtet.
Eine der zentralen Maßnahmen zur Eindämmung dieser gefräßigen Hornissen ist ein Aktionsplan der bayerischen Staatsregierung, der Schulungen und den Ausbau von Meldeplattformen umfasst. Diese werden dazu beitragen, die Akzeptanz der Bevölkerung zu fördern und gleichzeitig die bereits bestehenden Probleme in der Imkerei zu minimieren. Denn ein Nest kann aus Tausenden Hornissen bestehen und pro Jahr eine enorme Menge an Insekten fressen, was besonders Honigbienen zusetzt, deren täglich benötigtes Protein zu einem Großteil von diesen gefräßigen Nachbarn stammt.
Zusammengefasst, es liegt viel auf dem Spiel. Die stetig wachsende Population der Asiatischen Hornisse erfordert ein vereintes Vorgehen aller betroffenen Akteure. Ob Imker, Naturschützer oder die Bevölkerung – hier muss jeder ein gutes Händchen haben, um das ökologische Gleichgewicht in unseren Breiten zu wahren.