In der kleinen Stadt Kempen sorgt eine Entscheidung des Hospitals zum Heiligen Geist für große Besorgnis unter den werdenden Eltern und der Community. Zum Ende Juni 2026 wird der Kreißsaal geschlossen, was bedeutet, dass Schwangere ihre Kinder künftig im Klinikum in Viersen zur Welt bringen müssen. Diese Entscheidung, die vor wenigen Tagen bekannt gegeben wurde, trifft viele Familien hart, insbesondere da sie oft auf wohnortnahe Geburtshilfe angewiesen sind. Laut Berichten haben lokale Hebammen, wie die freiberufliche Hebamme Claudia Brieske, ihre Stimme erhoben und setzen sich für den Erhalt der Geburtsstation ein. Eine Online-Petition, die bereits über 14.000 Unterschriften gesammelt hat, fordert die Verantwortlichen auf, die Schließung zu überdenken und das Grundrecht der Frauen auf Wahlfreiheit des Geburtsortes zu respektieren. Unterstützt wird die Initiative von Familien, Politikern und medizinischem Personal in Kempen.
Die Schließung des Kreißsaals hat nicht nur Auswirkungen auf die werdenden Eltern, sondern auch auf die lokale Gemeinschaft. Linda Koopmann, eine betroffene Mutter, drückt ihren Schock über die Schließung aus und hebt die familiäre Atmosphäre hervor, die der Kreißsaal in Kempen geboten hat. Ein Krankenhaus vor Ort ist für viele Eltern nicht nur ein Ort der Geburt, sondern auch ein sicherer Raum, der familiäre Bindungen fördert. Der Verlust des Kreißsaals bedeutet auch, dass werdende Eltern weite Wege in andere Städte auf sich nehmen müssen, was eine logistische, emotionale und medizinische Herausforderung darstellt. Zudem gefährdet die Schließung auch die Arbeitsplätze der Hebammen, die seit Jahren Familien in Kempen bei Geburten unterstützen.
Die Relevanz der lokalen Geburtshilfe
Die Notwendigkeit einer lokalen Geburtshilfe wird durch eine RKI-Studie untermauert, die besagt, dass der Zugang zu wohnortnahen Geburtsdiensten entscheidend für den positiven Verlauf von Geburten ist. Der Kreißsaal in Kempen wurde als ein wichtiger Raum für die Entstehung von Familien beschrieben und ist für viele Eltern ein vertrauter Ort. Diese familiäre Umgebung trägt zur positiven Entwicklung und Bindung zwischen Eltern und Neugeborenen bei. Die Schließung des Kreißsaals könnte nicht nur die Qualität der Geburtshilfe beeinträchtigen, sondern auch die emotionale Unterstützung, die werdende Eltern in dieser sensiblen Phase benötigen.
Der Weg nach vorn
In der Nachbarstadt Dormagen gibt es seit einem Jahr keine Geburtsklinik mehr, was die Situation in der Region weiter verschärft. Hier plant die Stadt, ein Geburtshaus einzurichten. Ein Haus wurde bereits Ende März gekauft, um dort ein Geburtshaus zu schaffen, und es wird geprüft, ob von Hebammen begleitete Geburten möglich sind und ob das Konzept finanziell tragbar ist. Hebammen haben bereits Interesse an diesem Konzept angemeldet, und in einigen Monaten soll es den Politikern in Dormagen vorgelegt werden. Dies zeigt, dass es Bestrebungen gibt, die Geburtshilfe in der Region zu stärken, auch wenn die Schließung des Kreißsaals in Kempen viele Sorgen aufwirft.
Die Diskussion um die Schließung des Kreißsaals in Kempen ist ein wichtiges Thema, das nicht nur lokale Bürger, sondern auch die gesamte Region betrifft. Es bleibt abzuwarten, wie die Verantwortlichen auf die berechtigten Sorgen der Eltern reagieren werden und ob es Alternativen geben wird, die die Geburtshilfe in Kempen aufrechterhalten können. Um mehr über die Petition zu erfahren und sich zu beteiligen, können Interessierte die Online-Petition für den Erhalt des Kreißsaals besuchen. Weitere Informationen zur Schließung und den Hintergründen finden Sie auch auf WDR.