In Kempen stehen werdende Eltern vor einer unerfreulichen Nachricht: Der Kreißsaal des Hospitals zum Heiligen Geist wird zum Ende Juni geschlossen. Diese Entscheidung, die vor wenigen Tagen bekannt gegeben wurde, hat bereits für große Aufregung gesorgt. Schwangere müssen künftig auf das Klinikum in Viersen ausweichen, was für viele eine logistische, emotionale und medizinische Herausforderung darstellt.
Freiberufliche Hebamme Claudia Brieske und ihre Kolleginnen setzen sich leidenschaftlich für den Erhalt der Geburtsstation ein. Sie haben eine Online-Petition ins Leben gerufen, die mittlerweile über 14.000 Unterschriften gesammelt hat. Wie Brieske betont, sei das Grundrecht der Frauen auf Wahlfreiheit des Geburtsortes von zentraler Bedeutung. Unterstützung erhält die Initiative sowohl von Familien als auch von regionalen Politikern und medizinischem Personal.
Eltern zeigen sich schockiert
Die Reaktionen der betroffenen Eltern sind überwiegend negativ. Linda Koopmann, eine schwangere Mutter, äußert ihren Schock über die geplante Schließung und hebt die familiäre Atmosphäre des Kreißsaals hervor. Viele Eltern in Kempen sind besorgt über die Tatsache, dass sie künftig lange Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen, um in ein alternatives Krankenhaus zu gelangen. Ein Verlust des Kreißsaals bedeutet nicht nur weniger persönliche Betreuung, sondern auch eine Gefährdung der Arbeitsplätze der ansässigen Hebammen.
Die betroffenen Familien kritisieren die Entscheidung und betonen, dass familienfreundliche Geburten in einem vertrauten und sicheren Umfeld von enormer Wichtigkeit für die Entwicklung und Bindung zwischen Eltern und Neugeborenen sind. Ein Krankenhaus vor Ort ist für viele unerlässlich, um den stressigen und emotionalen Herausforderungen der Geburt gerecht zu werden.
Ein Blick über die Grenzen von Kempen hinaus
Die Schließung des Kreißsaals in Kempen ist nicht der einzige Vorfall dieser Art in der Region. In Dormagen gibt es seit über einem Jahr keine Geburtsklinik mehr, doch die Stadt hat bereits Maßnahmen ergriffen, um dies zu ändern. Ein Haus wurde Ende März gekauft, um dort ein neues Geburtshaus zu schaffen. Noch ist unklar, ob von Hebammen begleitete Geburten realisiert werden können und ob das Konzept finanziell tragbar ist.
Bisher zeigen bereits mehrere Hebammen Interesse an dem neuen Ansatz. In einigen Monaten sollen die Pläne den Politikern in Dormagen vorgestellt werden. Während sich in Dormagen neue Hoffnung entfaltet, herrscht in Kempen derzeit große Besorgnis um die Geburtshilfe.WDR und Change.org berichten ausführlich über die Situation und bieten eine Plattform für betroffene Eltern, ihre Stimme zu erheben.