In Viersen wird Kunst zum Erlebnis für alle Sinne, und das gleich dreifach! Während Käthe Wenzel mit ihren humorvollen Piktogrammen die städtische Beschilderung aufpeppt, sorgen andere Künstler wie Jan Philip Scheibe mit eindrucksvollen Performances für Diskussionsstoff. Während die lebhaften Szenen im öffentlichen Raum stattfinden, wird das Thema Klimawandel ebenfalls kreativ angepackt.

Wer durch die Stadt schlendert, wird unweigerlich auf die Werke von Käthe Wenzel stoßen. Ihre Kunstwerke erwecken die vertrauten Schilder und Zeichen im öffentlichen Raum zu neuem Leben. Mit ihren Piktogrammen, die an Straßenschilder erinnern, hinterfragt Wenzel spielerisch die Eindeutigkeit dieser Symbole. Die auffällige Installation ist am Parkplatz an der Gartenstraße sowie am Stadthaus an der Goetersstraße zu finden und regt zur Diskussion und Kreativität an. Am 23. August ist eine besondere Parkplatz-Party mit der Künstlerin geplant — ab 11 Uhr wird dabei gefeiert und diskutiert! Dieser künstlerische Ansatz wird übrigens durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Künstlerische Interventionen im Stadtraum

Ein anderer bemerkenswerter Beitrag zur Kunstszene Viersens kommt von Jan Philip Scheibe, der am 8. August auf eine außergewöhnliche Weise auf die Umweltaktionsproblematik aufmerksam machte. Mit einer toten Fichte, die er durch die Innenstadt trug, thematisierte er kritisch den Waldsterben und die Folgen des Klimawandels. Der Baum, der aus dem nahegelegenen Waldgebiet Hoher Busch stammte, wurde später in der Galerie im Park zu Brennholz zerschlagen, um mit diesem Holz einen Möhreneintopf zuzubereiten. Diese Performance, die Teil der Ausstellung „Brennstoff“ ist, fand großen Anklang bei Passant*innen und regte viele Gespräche über Kindheitserinnerungen und Umweltschutz an.

Die Ausstellung „Brennstoff“, die bis zum 24. September in Viersen zu sehen ist, bietet neben diesen beeindruckenden Performances auch einen Kunst-Rundweg im Wald. Dieser zeigt neun Außen-Installationen, die sich mit den Herausforderungen des Klimawandels auseinander setzen und zur Reflexion anregen. Die Städtische Galerie präsentiert zudem eine Auswahl an Grafiken und künstlerischen Arbeiten, die das Thema weiter vertiefen.

Kreative Ansätze zur Bewältigung des Klimawandels

Das Thema Klimawandel wird auch in anderen Städten kreativ behandelt, so zeigt das Projekt „Das Wetter von morgen“, wie Kunst dazu anregen kann, über die Umwelt nachzudenken. Multimediale Installationen, wie die von Künstlern in Floridsdorf, thematisieren die Erhaltungswürdigkeit der Wälder und deren Bedrohung durch menschliches Handeln. Der Fokus liegt auf der Frage, was jede*r Einzelne tun kann, um die Bäume zu schützen und Wälder zu rehabilitieren.

In Viersen und darüber hinaus zeigt sich, dass Kunst nicht nur ein schönes Beiwerk, sondern ein wichtiges Medium ist, um gesellschaftliche Fragen und Herausforderungen, wie den Klimawandel, auf kreative Weise zu thematisieren und jedermann dazu anzuregen, sich aktiv hinzuwerfen.