In Telgte wird am Montag, dem 24. November 2025, eine wichtige Veranstaltung zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen stattfinden. Die Aktion findet ab 10 Uhr im Foyer des Rathauses statt und richtet sich an alle Interessierten, die sich mit diesem herausfordernden Thema auseinandersetzen möchten. Der Spoekenkieker berichtet, dass Schüler:innen der 9. Klasse der Sekundarschule, Schulsozialarbeiter:innen, Vertreter:innen des Frauenhauses und die Gleichstellungsstelle der Stadt Telgte an dieser Veranstaltung beteiligt sind.
Die Teilnehmer:innen haben die Möglichkeit, Ergebnisse einer Umfrage in Telgte zum Thema Gewalt zu erfahren. Eine besondere Rednerin, Katja Behrendt, wird ebenfalls dazu beitragen. Des Weiteren erwarten die Gäste Beiträge von einer Vertreterin des Frauenhauses, einer Schulsozialarbeiterin und der Gleichstellungsbeauftragten Stefanie Reitzig, die über das Thema K.O.-Tropfen informieren wird. Diese informative Veranstaltung hebt die Notwendigkeit hervor, Gewalt gegen Frauen sichtbar zu machen, ein Thema, das oft im Verborgenen bleibt.
Ein weltweites Problem
Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen gilt als ein bedeutendes Datum, nicht nur lokal, sondern weltweit. Denn laut Angaben des Europäischen Parlaments stellt Gewalt gegen Frauen eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung dar, die in Europa und global in vielen Formen auftritt. Die Abgeordneten fordern nun ein entschlosseneres Vorgehen gegen diese Gewalt und haben die Kommission aufgefordert, geschlechtsspezifische Gewalt als grenzüberschreitendes EU-Verbrechen einzustufen. Ein Ziel dabei ist, den Femizid als eigene Straftat anerkennen zu lassen.
Die Zahlen sind alarmierend: Laut Berichten von Tagesschau gab es im vergangenen Jahr weltweit 85.000 Femizide. In Deutschland sind im selben Zeitraum 938 Frauen Opfer von versuchten oder vollendeten Femiziden geworden, wobei 360 dieser Frauen ihr Leben verloren. Diese statistischen Erhebungen sind nicht nur erschreckend, sondern verdeutlichen, dass jedes zehnte Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt von einem Partner oder Familienmitglied getötet wird.
Aktionen für Veränderungen
Die Veranstaltung in Telgte ist Teil einer breiteren UN-Kampagne namens „Orange the World“, die auf die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen möchte. Zunächst dauert diese Kampagne 16 Tage und findet ihren Höhepunkt am 25. November, an dem verschiedene Gebäude, wie das in Straßburg, orange beleuchtet werden. Dabei wird auch eine orangefarbene Flagge gehisst, um ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu setzen.
Um echten Wandel zu erreichen, müssen gemäß den Forderungen der UN Änderungen in der Gesetzgebung herbeigeführt, die Datenerfassung verbessert und umfangreichere Mittel für Frauenrechtsorganisationen bereitgestellt werden. Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundesfrauenministerin Lisa Paus haben bereits angekündigt, mehr Hilfen für Betroffene bereitstellen zu wollen, darunter mehr Frauenhausplätze und Beratungsangebote. Diese Entwicklungen zeigen, dass es an der Zeit ist, die Stimme zu erheben und aktiv gegen Gewalt an Frauen vorzugehen.
Die Veranstaltung in Telgte bietet nicht nur die Möglichkeit, sich über die Situation vor Ort zu informieren, sondern auch einen Raum für wertschätzenden Austausch und aktives Handeln. Es bleibt zu hoffen, dass viele Menschen der Einladung folgen und damit ein Zeichen setzen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.