Am Sonntag, den 22. Februar 2026, um 14.00 Uhr, lädt das Westpreußische Landesmuseum zu einem besonderen Zeitzeugengespräch ein. Unter dem Titel „Hans Lucassen und seine Haltung für Demokratie“ wird das politische und gesellschaftliche Engagement von Hans Lucassen nach 1945 beleuchtet. Diese Veranstaltung ist Teil des Demokratie-Projekts „Demokratie braucht Haltung: Hans Lucassen – Kurt Schumacher“ und bietet eine hervorragende Gelegenheit, sich mit der Verantwortung für den Aufbau einer demokratischen Gesellschaft nach dem Nationalsozialismus und dem Krieg auseinanderzusetzen.
Hans Lucassen, bekannt als Gründer des SPD-Ortsverbandes in Sassenberg im Jahr 1946, wird in den Fokus gerückt. Seine persönlichen Überzeugungen, Zivilcourage und sein Glaube an die Notwendigkeit von Demokratie sind zentrale Themen des Gesprächs, an dem unter anderem Thomas Rossel, Hanjo Lucassen (Sohn von Hans Lucassen) und Prosper Schücking teilnehmen werden. Die Inhalte reichen von persönlichen Erinnerungen bis hin zur politischen Haltung und der Bedeutung von Demokratie damals und heute. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei, und im Anschluss sind Kaffee und Kuchen für die Besucher vorgesehen, wodurch sich die Möglichkeit bietet, mit den Podiumsgästen ins Gespräch zu kommen. Zudem wird eine begleitende Ausstellung unter dem Titel „Demokratie braucht Haltung: Hans Lucassen – Kurt Schumacher“ präsentiert.
Das Projekt „Demokratie braucht Haltung“
Das Kooperationsprojekt, das am 12. Januar 2026 im Westpreußischen Landesmuseum gestartet wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, insbesondere den 10. Jahrgang des Mariengymnasiums für die Demokratiegeschichte während und nach der NS-Zeit zu sensibilisieren. Projektleiterin Dr. Stephanie Taube und Kulturreferentin Magdalena Oxfort arbeiten eng zusammen, um eine Vielzahl von Aktivitäten zu organisieren. Dazu zählen Ausstellungsbesuche, Workshops in der Schule sowie Zeitzeugengespräche mit Personen, die Hans Lucassen kannten. Ein zentrales Anliegen ist es, aufzuzeigen, wie das demokratische Leben nach der Diktatur neu aufgebaut wurde und die Bedeutung des Mitmachens für die Demokratie zu betonen.
Die Bedeutung der Demokratiegeschichte
Das Engagement für Demokratie ist nicht nur ein historisches Thema, sondern auch ein aktuelles Anliegen. Der Deutsche Bundestag hat am 9. Juni 2021 ein Gesetz zur Errichtung der „Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte“ beschlossen, dessen Hauptauftrag die Beschäftigung mit der Demokratiegeschichte ist. Diese Initiative zielt darauf ab, wichtige Ereignisse, Orte und Personen der Demokratieentwicklung im „Erinnerungsspeicher“ der Bundesrepublik zu verankern. Historisch-politische Bildung spielt eine entscheidende Rolle bei der Stärkung des Geschichtsbewusstseins und der Demokratie in Deutschland.
Die Auseinandersetzung mit der Demokratiegeschichte verdeutlicht, dass die Demokratie ein erkämpftes und ständig zu erneuerndes Gut ist. Es ist wichtig, sich mit den Herausforderungen, die sich aus der Geschichte ergeben, auseinanderzusetzen, um Handlungsspielräume für das eigene Engagement zu eröffnen. Der historische Prozess zum Aufbau einer Demokratie ist nicht linear und umfasst Rückschläge, was verdeutlicht, wie wichtig die Verantwortung des Einzelnen für die Demokratie ist.
Für weitere Informationen zur Veranstaltung und dem Projekt besuchen Sie bitte die [Website des Westpreußischen Landesmuseums](https://derspoekenkieker.de/event/zeitzeugengespraech-hans-lucassen-und-seine-haltung-fuer-demokratie-am-22-februar-2026-um-14-00-uhr-im-westpreussisches-landesmuseum-eintritt-frei/) und das [Mariengymnasium Warendorf](https://mariengymnasium.org/demokratie-braucht-haltung/). Die Beschäftigung mit der Demokratiegeschichte ist nicht nur eine Pflicht, sondern eine Chance, das eigene Verständnis von Demokratie zu vertiefen und aktiv an deren Gestaltung teilzuhaben.