In Nordrhein-Westfalen steht ein Warnstreik an, der die Beschäftigten der Autobahn-Tunnelleitzentralen betrifft. Dieser ist für Freitag, den 19. Februar 2026, von 05.30 Uhr bis Samstag, 06.00 Uhr, angesetzt. Die Gewerkschaft Verdi hat zu diesem Schritt aufgerufen, um auf die unzureichenden Tarifverhandlungen aufmerksam zu machen. Verdi fordert eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent oder mindestens 300 Euro monatlich mehr für die 14.000 Beschäftigten der Autobahn GmbH. Trotz der Streikankündigung erwartet die Autobahn GmbH keine gravierenden Auswirkungen auf den Betrieb der Tunnel, da alle Tunnel in Betrieb bleiben sollen. Ein Sprecher der Niederlassung Rheinland äußerte, dass kein kompletter Stillstand auf den Straßen zu erwarten sei. Dies wird auch von Verdi unterstützt, die betonen, dass Personal aus anderen Bereichen nicht für die Überwachung der Tunnel geeignet ist.

Die Tunnelleitzentralen sind für die Überwachung von etwa 20 überwachungspflichtigen Tunneln zuständig. In der Region gibt es bereits eine Vielzahl von Warnstreiks, die auf die anhaltenden Verhandlungen zurückzuführen sind. Verdi plant zudem weitere Warnstreiks am Dienstag, den 24. Februar, was zu Einschränkungen im Autobahnverkehr führen könnte. Es stehen auch Notdienstvereinbarungen mit Gewerkschaften, jedoch keine spezifischen für Nordrhein-Westfalen.

Streikwoche bei der Autobahn GmbH

Die Situation ist Teil einer größeren „Streikwoche“, die die Gewerkschaft Verdi ausgerufen hat. Diese Woche wird nicht nur die Autobahn-Tunnelleitzentrale in Nordrhein-Westfalen betreffen, sondern auch Autobahnmeistereien und Verkehrs- sowie Tunnelleitzentralen in ganz Deutschland, einschließlich des Hamburger Elbtunnels. Autofahrer müssen in mehreren Regionen mit Behinderungen rechnen, was auf den „inakzeptablen“ Verhandlungsstand in den Tarifverhandlungen zurückzuführen ist. Geplante Aktionen beinhalten „Pausen-Aktionen“ in den Niederlassungen sowie in zehn Verwaltungszentralen und der Bundeszentrale. Die gesamte Streikwoche könnte zu erheblichen Einschränkungen im Verkehr führen.

Am Mittwoch sind Streiks in Autobahnmeistereien im gesamten Netz geplant, was möglicherweise zu Dienstleistungsentfällen, Einschränkungen oder Verzögerungen in Städten wie Göttingen, Braunschweig, Bremen und Hannover führen könnte. Auch in Nordrhein-Westfalen, beispielsweise in Duisburg und Wünnenberg, sind Streiks vorgesehen. Am Donnerstag sollen wichtige Tunnelleitzentralen, darunter der Rennsteig und der Emstunnel, betroffen sein. Am Freitag und Montag wird zudem die Leitzentrale des Elbtunnels in Hamburg bestreikt, was die Sperrung einer Fahrspur pro Richtung zur Folge haben wird.

Hintergrund der Forderungen

Die Forderungen von Verdi sind nicht isoliert zu betrachten. Sie spiegeln die allgemeinen Gehaltsforderungen wider, die in anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes erhoben wurden. So haben Gewerkschaften und Arbeitgeber sich kürzlich im Tarifkonflikt um den öffentlichen Dienst der Länder geeinigt, was eine Gehaltserhöhung von insgesamt 5,8 Prozent in drei Schritten für rund 925.000 Tarifbeschäftigte zur Folge hat. Diese Einigung wird auf etwa 2,2 Millionen Menschen ausgeweitet, wenn man die Übertragung des Abschlusses auf Beamte und Pensionäre mit einrechnet. Ursprünglich hatten die Gewerkschaften auch hier eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent gefordert, was die Verhandlungen als besonders hart und langwierig erscheinen ließ.

Die aktuelle Lage rund um die Warnstreiks bei der Autobahn GmbH ist somit Teil eines größeren Bildes, das die Herausforderungen und Bedürfnisse der Beschäftigten im öffentlichen Dienst verdeutlicht. Die Verhandlungen sind nach wie vor im Gange, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Tagen entwickeln wird. Verdi hat bereits angekündigt, dass sie nicht aufhören werden, bis ihre Forderungen erfüllt sind.