In Wesel wird die Karnevalssaison traditionell mit einem stillen Aschermittwoch beendet, doch in diesem Jahr stehen aufregende Neuerungen an. Prinz Sebastian I. hat einen „vernünftigen Aschermittwoch“ gefordert, um die Karnevalssession standesgemäß abzuschließen. Die Stadt plant einen Fackelzug vom Berliner Tor zum Großen Markt, der sicherlich ein Highlight für die Teilnehmer darstellen wird. Die Abschlusskundgebung am Großen Markt wird mit der symbolischen Verbrennung des Hoppeditz und der Entthronisierung der Prinzen enden, wobei Prinz Sebastian und Prinz Tim I. ihre Federn und Zepter abgeben, jedoch still im Amt bleiben werden.
Die erwartete Teilnehmerzahl liegt im Bereich von mehreren hundert, sowohl aus Karnevalsgesellschaften als auch aus der zivilen Bevölkerung. Für den Fackelzug stehen 200 Fackeln bereit, und der Treffpunkt ist um 17 Uhr am Berliner Tor, mit Abmarsch um 17.30 Uhr. Gegen 18 Uhr wird der große Markt erreicht, musikalisch begleitet vom Fanfarencorps CCL und möglicherweise einem weiteren Spielmannszug. Getränke werden von der „Weinzeit“ am Großen Markt bereitgestellt, und ab 19.11 Uhr beginnt der gemütliche Teil des Abends. Traditionell wird beim Verbrennen des Hoppeditz in Trauerkleidung (schwarz) teilgenommen, um die Sünden der Karnevalszeit symbolisch zu verabschieden.
Die Figur des Hoppeditz
Der Hoppeditz ist eine fiktive Narrenfigur, die besonders im Düsseldorfer Karneval eine bedeutende Rolle spielt. Am Martinstag, dem 11. November, wird er feierlich zum Leben erweckt, indem er aus einem überdimensionalen Senftopf des Unternehmens Löwensenf erscheint. Dabei hält er eine spöttische Eröffnungsrede, die vom Oberbürgermeister erwidert wird. Am Aschermittwoch wird der Hoppeditz als Puppe eingeäschert und symbolisch zu Grabe getragen. Trauernde Jecken tragen schwarze Kleidung und verabschieden ihn mit einem Leichenschmaus, oft in Form von Fischessen. Diese rheinische Tradition hat auch in Wesel Einzug gehalten und wird dort in ähnlicher Form zelebriert.
Die Ursprünge des Hoppeditz gehen bis ins 19. Jahrhundert zurück, und er wird als satirische Figur beschrieben, die mit Witz und Ironie das politische Geschehen und gesellschaftliche Eigenheiten humorvoll kommentiert. Seine Verwandtschaft mit dem berühmten Till Eulenspiegel und die mögliche Abstammung vom Hofnarren sind interessante Aspekte seiner Geschichte. Der Name Hoppeditz könnte von „Hippedotz“ (Ziege und Murmel) oder von „hoppe“ (hüpfen) und „Ditz“ (Knirps) abgeleitet sein, was zu einem Streit unter Gelehrten über die Herkunft und Schreibweise der Figur geführt hat.
Ein feierlicher Abschied
Prinz Sebastian erwartet einen „tränen- und freudenreichen Abend“ und möchte der Bevölkerung sowie den Vereinen für ihre Unterstützung danken. In den letzten Jahren erfreute sich das Hoppeditz-Erwachen großer Beliebtheit, wobei 2023 rund 5000 Zuschauer anwesend waren. Die Feierlichkeiten sind eine Gelegenheit, die Karnevalstraditionen lebendig zu halten und gleichzeitig neue Elemente einzuführen, die die Gemeinschaft stärken. Ein solcher Aschermittwoch in Wesel könnte somit einen schönen Abschluss der Karnevalssession darstellen und die Menschen zusammenbringen, um die festliche Zeit gebührend zu verabschieden.
Für weitere Informationen über die Tradition des Hoppeditz und die damit verbundenen Feierlichkeiten in Wesel können Sie die ausführlichen Berichte auf nrz.de, Wikipedia und helau.cc nachlesen.