In Nordrhein-Westfalen stellt sich die Lage der Hundesteuer als ein spannendes, aber auch umstrittenes Thema dar. Ein Blick auf die finanziellen Entwicklungen und die Meinungen der betroffenen Akteure zeigt, dass die Kommunen in dieser Angelegenheit oft ganz unterschiedliche Entscheidungen treffen.
Ein aktueller Überblick zeigt, dass im Kreis Wesel ein erheblicher Anstieg der Hundesteuereinnahmen zu verzeichnen ist. Laut Radio KW erhöhten im Jahr 2024 etwa jede zweite Kommune ihre Einnahmen durch die Hundesteuer. Besonders hervorzuheben ist die Stadt Wesel, die mit rund 90.000 Euro den höchsten Anstieg verzeichnete. Moers, als weitere Spitzenstadt, erzielte fast 830.000 Euro, was einem Aufschwung von 25.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Anstieg und Rückgang der Hundesteuer
Im Gegensatz dazu gibt es auch Städte wie Hamminkeln und Rheinberg, die einen Rückgang der Hundesteuereinnahmen hinnehmen mussten. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die gesamten Hundesteuereinnahmen in Nordrhein-Westfalen auf 130 Millionen Euro steigen, womit der Durchschnitt bei etwa sieben Euro pro Einwohner liegt.
Im Hinblick auf die gesamte Landeslage hat der Bund der Steuerzahler NRW kritisiert, dass über 30 Kommunen ihre Hundesteuer im Jahr 2025 erhöht haben. Dies betrifft insgesamt 37 von 396 Kommunen in NRW, wie der WAZ berichtet. Verwaltungsmitglieder hegen die Befürchtung, dass die Erhöhungen dauerhaft zur Entlastung der kommunalen Haushalte genutzt werden, vor dem Hintergrund steigender Lebenshaltungskosten ist dies für viele Bürger eine Belastung.
Die Sicht der Steuerzahler und Kommunen
Die Hundesteuer wird als „Bagatellsteuer“ bezeichnet, da sie im Verhältnis zu den gesamten Steuereinnahmen relativ gering ausfällt. Der Bund der Steuerzahler NRW fordert daher deren Abschaffung und argumentiert, dass die Hundesteuer nicht mehr zeitgemäß sei. Interessanterweise widerspricht der Städte- und Gemeindebund dieser Sichtweise und hebt hervor, dass diese Einnahmen für etliche Kommunen eine wichtige Finanzierungsquelle darstellen.
Es wird deutlich, dass die Hundesteuer mehr ist als nur eine Abgabe für Tierhalter; sie ist ein politisches Instrument zur Regulierung der Hundepopulation und ein Mittel zur Finanzierung kommunaler Aufgaben. Die Regelungen sind dabei regional sehr unterschiedlich, auch hinsichtlich der Steuersätze für gefährliche Hunde, was zu ermäßigten Abgaben für sozial schwache Bürger oder Steuerbefreiungen für Tiere aus Tierheimen führt.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Diskussion um die Hundesteuer in Nordrhein-Westfalen weiter an Bedeutung gewinnen wird. Die bevorstehenden Kommunalwahlen könnten zusätzliche Anreize für Kommunen schaffen, ihre Strategien in der Hundesteuerpolitik zu überdenken. Die kommenden Monate könnten daher entscheidend sein, um zu sehen, wie sich diese Thematik weiter entwickeln wird.