BAföG in Schleswig-Holstein: Viele Studierende lassen Geld liegen!
Bafög-Anträge in Schleswig-Holstein sinken, während viele Studierende fälschlicherweise glauben, nicht berechtigt zu sein. Erfahren Sie, warum.

BAföG in Schleswig-Holstein: Viele Studierende lassen Geld liegen!
In den letzten Jahren gab es einen bemerkenswerten Rückgang der Bafög-Anträge in Schleswig-Holstein. Laut kn-online ist die Zahl der Anträge seit 2016 von 16.930 auf nur noch 14.986 im Jahr 2024 gesunken. Diese Entwicklung beschäftigt nicht nur die Bildungspolitiker, sondern auch die Studierenden selbst.
Das zuständige Amt für Ausbildungsförderung in Kiel hat festgestellt, dass viele Studierende die Erfolgschancen auf Förderung schlichtweg unterschätzen. Eine bundesweite Untersuchung vom Fraunhofer FIT und dem Max-Planck-Institut zeigt zudem, dass knapp 70 Prozent der anspruchsberechtigten Personen keinen Bafög-Antrag stellen. Dabei glauben etwa 82 Prozent, nicht berechtigt zu sein, was oft auf vermeintlich zu hohe Elterneinkommen oder die Angst vor Verschuldung zurückzuführen ist.
Hürden beim Antrag
Ist der Aufwand für einen Bafög-Antrag wirklich so hoch, wie viele annehmen? Die Antwort ist oft ja und nein. Zwar empfinden einige Studierende die Antragstellung als zu kompliziert, doch die notwendigen Formblätter sind gut strukturiert. Wie bafög.de berichtet, müssen verschiedene Formblätter ausgefüllt werden: Diese beinhalten den Antrag auf Ausbildungsförderung, eine Bescheinigung von der Ausbildungsstätte, sowie Einkommenserklärungen von Eltern oder Ehepartnern.
- Formblätter sind farblich kodiert:
- Petrol: von der antragstellenden Person
- Rot: von jedem Elternteil und Ehegatten/Lebenspartner
- Gelb: von der Ausbildungs-/Praktikumsstätte
Vor allem der frühzeitige Antrag wird empfohlen, denn die Zahlungen beginnen bereits ab dem Antragsmonat. Anträge auf Anschlussförderung müssen sogar zwei Kalendermonate vor Ende des aktuellen Bewilligungszeitraums eingereicht werden.
Chancen für die Zukunft
Studierende aus Familien mit einem Jahreseinkommen bis etwa 83.000 Euro haben durchaus gute Chancen auf eine Bafög-Förderung. Umso wichtiger ist es, dass sie gut informiert sind und die Möglichkeit zur individuellen Beratung durch das Amt für Ausbildungsförderung in Anspruch nehmen. Wenn diese Hürden überwunden werden, könnte der Anstieg an Bafög-Anträgen möglicherweise wieder ansteigen.
Wie sieht es mit der Unterstützung für Studierende aus, die im Ausland studieren möchten? Hier gelten besondere Regelungen und Anträge müssen bei den zuständigen Auslandsämtern gestellt werden. Der Prozess mag auf den ersten Blick kompliziert erscheinen, jedoch bietet die richtige Vorbereitung und frühzeitige Antragstellung eine gute Chance, die Förderung zu erhalten.
Die Situation rund um das Bafög ist stark im Fluss und erfordert frisches Denken. Schlussendlich könnte eine engere Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Bildungsbehörden dazu beitragen, dass mehr junge Menschen die Unterstützung in Anspruch nehmen, die sie verdienen.