Heute ist der 22.02.2026. Der bevorstehende Besuch des Bundeskanzlers Friedrich Merz in China ab Dienstag markiert einen bedeutenden Moment in den deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen. Es ist seine erste Reise nach China während seiner Amtszeit, und sie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Handelsbeziehungen beider Länder von Herausforderungen geprägt sind. China bleibt ein zentraler Markt für deutsche Unternehmen, jedoch sind die Handelshemmnisse in den letzten Jahren gestiegen.
Im Jahr 2025 war China nach den USA Deutschlands zweitwichtigster Handelspartner, gemessen am Außenhandelsumsatz. Der Importwert aus China wird auf rund 168 Milliarden Euro geschätzt, was einem Anstieg von 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Jedoch sank der Exportwert deutscher Waren nach China voraussichtlich um 10,6 Prozent auf 80,4 Milliarden Euro. Dies bedeutet, dass Deutschland mit einem Handelsbilanzdefizit von etwa 87,6 Milliarden Euro konfrontiert ist, das über dem Rekordwert des Vorjahres liegt. Ein Großteil der deutschen Importe aus China besteht aus elektronischen Geräten, Batterien und Maschinen, während die wichtigsten Exportgüter Fahrzeuge und chemische Produkte sind.
Die Herausforderungen der deutschen Unternehmen
Deutsche Firmen in China sehen sich zunehmend mit Marktzugangsbeschränkungen und undurchsichtigen Regelungen konfrontiert, die insbesondere kleine und mittlere Unternehmen belasten. Lange Wartezeiten und Unsicherheiten in den Lieferketten sind weitere Probleme, die die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen gefährden. Besonders die Automobilindustrie zeigt sich stark abhängig von chinesischen Zulieferungen, insbesondere im Bereich der Batterien. Diese Abhängigkeit könnte durch die aktuellen Exportbeschränkungen Chinas für seltene Erden, die über 90 Prozent der weltweiten Verarbeitung dieser Rohstoffe kontrollieren, weiter verstärkt werden.
Die Ampel-Regierung hat 2023 eine China-Strategie formuliert, die auf De-Risking abzielt, um die Abhängigkeiten von China zu reduzieren. DIHK-Präsidenten fordern dabei gleiche Wettbewerbsbedingungen und transparente Exportkontrollen für Rohstoffe. Die Erwartungen an Merz sind hoch: Er soll die Wettbewerbsbedingungen klären und Genehmigungsprozesse vereinfachen, um den deutschen Unternehmen in China bessere Perspektiven zu eröffnen.
Veränderungen im Außenhandel
Die Entwicklungen der letzten Jahre zeigen, dass die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und China einem ständigen Wandel unterliegen. Während China bis 2023 der wichtigste Handelspartner Deutschlands war, haben die USA diesen Titel 2024 übernommen. Die Exporte nach China sind im Vergleich zu den Importen zurückgegangen, was die Position Chinas als Abnehmer für deutsche Produkte schwächt. Der Anteil Chinas an den deutschen Gesamteinfuhr wird auf 12,2 Prozent geschätzt, während der Anteil an den Exporten auf 5,2 Prozent gesunken ist.
Die wirtschaftliche Stabilität Chinas wird ebenfalls beobachtet, da Anzeichen einer Schwäche sichtbar werden, darunter stagnierender privater Konsum und ein schwacher Immobiliensektor. Diese Faktoren könnten langfristig auch die Handelsbeziehungen mit Deutschland beeinflussen. Eine Rückverlagerung der deutschen Produktion könnte laut Analysen zu einem signifikanten BIP-Verlust führen und die Wohlstandsverluste in Deutschland verstärken.
Abschließend lässt sich sagen, dass die deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen vor einer Vielzahl von Herausforderungen stehen. Die kommenden Gespräche zwischen Merz und den chinesischen Vertretern könnten entscheidend dafür sein, wie sich diese Beziehungen in den nächsten Jahren entwickeln werden. Es bleibt abzuwarten, ob es gelingt, die Wettbewerbsbedingungen zu verbessern und die Abhängigkeiten zu reduzieren, um zukünftige ökonomische Risiken zu minimieren.
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