Grüne in Niedersachsen: Mit neuem Wirtschaftsplan gegen Kritik ankämpfen
Die niedersächsischen Grünen stärken ihre Wirtschaftspolitik beim Parteitag am 6. November 2025 trotz Kritik und wachsen im Mitgliederzahlen.

Grüne in Niedersachsen: Mit neuem Wirtschaftsplan gegen Kritik ankämpfen
Die niedersächsischen Grünen stehen vor ihrem wichtigen Landesparteitag am kommenden Wochenende. Parteichefin Greta Garlichs hat im Vorfeld auf die zunehmenden Mitgliederzahlen der Partei hingewiesen, die von 12.500 auf rund 18.000 innerhalb von zweieinhalb Jahren gestiegen sind. Dies ist zwar in Zeiten des sogenannten „Grünen-Bashings“, wie sie es nennt, eine Überraschung, doch Garlichs sieht darin ein signalisierendes Zeichen. „Die Kritik an uns wird hinterfragt“, erklärte sie. Parallel dazu gibt es jedoch auch ehrliche Selbstreflexion: Sie gesteht, dass die „grünen Konzepte unter Druck stehen“ und die Klimakrise nicht mehr im Vordergrund steht. Die Herausforderungen sind also wahrlich groß.
Beim bevorstehenden Parteitag wird der Leitantrag „Wirtschaft stärken – Zukunft sichern“ präsentiert, welcher das Ziel verfolgt, wirtschaftliche Stärke, soziale Verantwortung und Klimaschutz miteinander zu verknüpfen. Co-Parteichef Maximilian Strautmann betont dabei, dass Niedersachsen sich anschicken sollte, „Wirtschaftsland Nummer eins“ zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, werden im Leitantrag fünf Säulen definiert: Infrastruktur, Entbürokratisierung, Energieversorgung, Digitalisierung und Fachkräftesicherung. Besonders im Blick sind auch regionale Preissignale für Energiepreise, zu denen er dynamische Netzentgelte fordert.
Politische Herausforderungen und Kritik
Straußmann scheut sich nicht, auch deutliche Kritik an anderen Politikern zu üben. So nimmt er Bayern Ministerpräsident Markus Söder ins Visier, was die Windkraftnutzung betrifft. Diese politischen Entscheidungen haben direkte Auswirkungen auf die Energiepreise, wie Strautmann eindringlich warnt. Der Parteitag wird zudem prominente Gäste wie Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay und Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg anziehen.
Mit 170.000 Mitgliedern, einem Frauenanteil von 45% und dem besten Ergebnis ihrer Geschichte bei der Bundestagswahl 2021, können die Grünen auf eine dynamische Entwicklung zurückblicken. Das Grundsatzprogramm von 2020 bietet klare Leitlinien in den Bereichen Ökologie, Gerechtigkeit, Selbstbestimmung, Demokratie und Frieden. Die Partei hat sich auch zum Ziel gesetzt, die Verkehrswende voranzutreiben, den Ausstieg aus der Kohleenergie zu beschleunigen und eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2030 zu gewährleisten.
Ökosoziale Marktwirtschaft im Fokus
In der Wirtschaftspolitik hebt die Partei besonders ihren Anspruch an die ökosoziale Marktwirtschaft hervor. Dabei stehen Themen wie eine Vermögensabgabe oder die Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf der Agenda. Ihr Engagement für Geschlechtergerechtigkeit wird durch das Vorantreiben einer gesetzlichen Frauenquote in Aufsichtsräten verstärkt. Außerdem spielt die Heinrich-Böll-Stiftung, die parteinahe Stiftung der Grünen, eine entscheidende Rolle in der politischen Bildung.
Wie es scheint, bleibt die Partei also nicht untätig und zeigt mit der bevorstehenden Tagung, dass sie trotz aller Herausforderungen aktiv für ihre Ziele kämpft. Eine spannende Zeit für die Grünen, die sich sowohl in Niedersachsen als auch bundesweit als bedeutende politische Kraft positionieren.
Weitere Informationen und Details erhalten Sie auf den Webseiten der Grünen: Grüne Lörrach, Süddeutsche und Wikipedia.