Heute ist der 27.02.2026. Am 26. Februar fand im Haus der Jugend – Fuchsbau die Veranstaltung „Politik ganz nah“ statt, an der rund 60 Reinickendorfer Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe zehn teilnahmen. Organisiert wurde das Event von den Beteiligungskoordinatoren für Jugend, die damit eine Plattform für den Dialog zwischen Jugendlichen und politischen Entscheidungsträgern schaffen wollten.

Jugendstadtrat Alexander Ewers (SPD) und Jugendamtsdirektorin Claudia Schütz begrüßten die Anwesenden und hoben die Bedeutung eines respektvollen Umgangs sowie den Dialog zwischen Jugendlichen und Parteivertretern hervor. Die Veranstaltung zielt darauf ab, Demokratiebildung und Jugendengagement zu fördern, indem sie den jungen Teilnehmenden die Möglichkeit bietet, sich mit den Positionen der in der Bezirksverordnetenversammlung vertretenen Parteien auseinanderzusetzen. Das von den Jugendlichen gewählte Thema „Renten-Retter & Wehrpflicht-Jahrgang: Sind wir die Reparaturbrigade der Nation?“ sorgte für lebhafte Diskussionen.

Ein Raum für kritische Auseinandersetzung

Die Jugendlichen waren eingeladen, nicht nur kritische Nachfragen zu stellen, sondern auch eigene Perspektiven einzubringen. Unterstützt von einer Moderatorin und einem Support-Team wurde ein strukturierter Ablauf gewährleistet, der einen respektvollen Austausch ermöglichte. Die Teilnehmenden wurden ermutigt, Aussagen kritisch zu prüfen und faktenbasiert einzuordnen. Der offene Diskussionsteil bot Raum für persönlichen Diskurs mit dem politischen Nachwuchs, was von den Jugendlichen als besonders wertvoll empfunden wurde.

Ein wichtiges Ergebnis dieser Veranstaltung ist das gesteigerte Bewusstsein dafür, dass junge Menschen auf lokaler Ebene Veränderungen bewirken können. Laut einer Umfrage glauben viele Befragte, dass sie in ihrer Stadt oder Gemeinde mehr Verantwortung für politische und gesellschaftliche Veränderungen tragen können als auf nationaler Ebene. Dennoch weiß nur eine Minderheit, wie sie sich konkret einbringen kann. Regina von Görtz von der Bertelsmann Stiftung betont die Notwendigkeit passgenauer und niedrigschwelliger Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen, um sie stärker in lokale Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Jugendbeiräte könnten hier eine geeignete Maßnahme darstellen.

Die Verantwortung der Lokalpolitiker

Die Verantwortung der Lokalpolitiker:innen ist es, den Dialog mit der Jugend zu suchen und geeignete Formate zu entwickeln, die deren Bedürfnisse und Interessen ernst nehmen. Alibi-Beteiligung wird als nicht hilfreich erachtet; stattdessen wird ein Mentalitätswandel gefordert, bei dem junge Menschen auf Augenhöhe begegnet wird. Ein aktives Engagement der Jugendlichen könnte das Gefühl stärken, dass ihr Einsatz Wirkung zeigt und so die Demokratie insgesamt gefördert wird.

Insgesamt zeigt die Veranstaltung „Politik ganz nah“ in Reinickendorf, wie wichtig es ist, junge Stimmen in den politischen Diskurs einzubeziehen. Der Austausch zwischen Jugendlichen und politischen Vertretern ist entscheidend, um das Engagement der jungen Generation zu fördern und ihnen zu zeigen, dass ihre Meinungen und Anliegen ernst genommen werden. Dies könnte nicht nur das politische Bewusstsein der Teilnehmenden stärken, sondern auch dazu beitragen, dass sie sich aktiv in die Gestaltung ihrer Umwelt einbringen.

Für weiterführende Informationen zu diesem Thema lohnt sich ein Blick auf die Bertelsmann-Stiftung, die umfassende Studien zu Jugendengagement und politischen Beteiligungsmöglichkeiten bietet.