In der aktuellen Diskussion um Gesundheitsmaßnahmen in Deutschland hat das Thema „Zuckersteuer und Abnehmspritze“ an Fahrt gewonnen. Im Talkformat „Hart aber fair“ äußerte sich der ARD-Moderator Eckart von Hirschhausen zu den gefährlichen Online-Bestellungen von Abnehmspritzen. Er kritisierte seine ARD-Kollegen, die nicht ausreichend vor diesen lebensgefährlichen Angeboten warnen, und forderte mehr Aufklärung über unseriöse Produkte, die im Internet beworben werden. Von Hirschhausen plant sogar eine eigene Sendung, um gegen solche Betrügereien vorzugehen und Menschen zu helfen, die darunter leiden.

Im Rahmen der Diskussion erklärte Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach, dass es in Deutschland signifikante Unterschiede in der Lebenserwartung zwischen arm und reich gibt. Aus diesem Grund hält er eine Zuckersteuer für notwendig. Lauterbach betonte, dass Werbung für zuckerhaltige Produkte während der Kinderfernsehzeiten verboten werden sollte. In der Runde wurde klar, dass während einige, wie Lauterbach und von Hirschhausen, die Zuckersteuer unterstützen, andere, wie FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner, dies als Bevormundung kritisieren. Büttner plädierte stattdessen für Aufklärung und Eigenverantwortung der Konsumenten.

Zuckersteuer: Ein umstrittenes Thema

Die Forsa-Umfrage zeigt eine hohe Zustimmung zur Zuckersteuer auf Limonaden in der Bevölkerung. Bei „Hart aber fair“ diskutierten neben von Hirschhausen und Lauterbach auch Luise Molling, Nicole Büttner, Mirco Wolf Wiegert und Ana Maria Salomon. Die Einigkeit über die gesundheitlichen Risiken von Zucker ist unbestritten: Übergewicht, Diabetes und Nierenschäden sind nur einige der Folgeerkrankungen. Lauterbach, Hirschhausen und Molling sind sich einig, dass Maßnahmen wie eine Zuckersteuer nötig sind, während Büttner und Wiegert alternative Ansätze, wie die Reduktion von Portionsgrößen, favorisieren.

Eine Zuckersteuer, die in über 100 Ländern existiert, hat bereits positive Effekte in Ländern wie Großbritannien und Spanien gezeigt. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther forderte ebenfalls eine Zuckersteuer, jedoch scheiterte der Antrag. Die Diskussion verdeutlicht die unterschiedlichen Ansätze zur Bekämpfung des hohen Zuckerkonsums in Deutschland. Laut der WHO sollte der tägliche Zuckerkonsum für Erwachsene unter 50 Gramm liegen, idealerweise sogar unter 25 Gramm. Aktuelle Daten zeigen jedoch, dass Frauen im Durchschnitt 61 Gramm und Männer 78 Gramm Zucker pro Tag konsumieren.

Die Rolle von Abnehmspritzen

In der Sendung berichtete Ana Maria Salomon über ihre persönlichen Erfahrungen mit einer Abnehmspritze, die sie selbst finanzierte. Lauterbach warnte allerdings vor den möglichen Konsequenzen, falls Krankenkassen die Kosten für solche Spritzen übernehmen sollten, da die Datenlage unzureichend sei. Die Einigkeit darüber, dass verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung des Zuckerkonsums notwendig sind, wurde von allen Gästen betont.

Einige Studien, wie die des Wissenschaftlichen Instituts des Verbands der Privaten Krankenversicherung (WIP), zeigen, dass eine Zuckersteuer den Konsum senken und ernährungsbedingte Erkrankungen vorbeugen könnte. Beobachtungsstudien aus Ländern mit Zuckersteuer zeigen gemischte Ergebnisse bezüglich der gesundheitlichen Effekte. Effektive Steuermodelle könnten die Industrie dazu motivieren, zuckerärmere Rezepturen zu entwickeln, was in Großbritannien bereits der Fall ist.

Insgesamt spiegelt die Debatte um die Zuckersteuer die zögerliche gesundheitspolitische Regulierung in Deutschland wider. Aufklärung allein reicht nicht aus, um das Konsumverhalten der Bevölkerung nachhaltig zu ändern. Gesetzliche Regelungen, wie die Zuckersteuer, könnten sich als wirksamer herausstellen als freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie. Wie die WIP-Studie betont, hängt die Wirksamkeit einer Zuckersteuer stark von ihrer konkreten Ausgestaltung ab, und es bedarf eines Bündels an Präventionsmaßnahmen, um den hohen Zuckerkonsum effektiv zu bekämpfen.

Für weitere Informationen zu diesem Thema, besuchen Sie bitte die Quellen: Bild.de, FAZ.net, Tagesschau.de.