Im Landkreis Alzey-Worms wird die Abfallwirtschaft durch den Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) aktiv unterstützt, insbesondere wenn es um die Entsorgung von Windeln und Inkontinenzabfällen geht. Dies ist besonders relevant für Familien mit kleinen Kindern und erkrankte Menschen, die auf spezielle Hilfsmittel angewiesen sind. Der AWB weist auf ein Zusatzvolumen hin, das aus Windelsäcken für Kinder bis drei Jahren und speziellen Tonnen für Inkontinenzprodukte besteht. Für Kinderwindeln wird ein Sack pro Monat bereitgestellt, der am Leerungstermin der Restmülltonne kostenlos entsorgt werden kann. Für die Entsorgung von Inkontinenzabfällen steht das Zusatzvolumen bei Vorlage eines ärztlichen Attests zur Verfügung.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einen 120-Liter-Restabfallcontainer zu beantragen, der alle drei Wochen kostenlos geleert wird. Alternativ kann eine 240-Liter-Tonne zum üblichen Tarif einer 120-Liter-Tonne beantragt werden. Auch eine gebührenpflichtige 240-Liter-Restabfalltonne, die ebenfalls alle drei Wochen geleert wird, ist verfügbar. Diese Maßnahmen sollen den Bedürfnissen der Bürger gerecht werden und die Abfallentsorgung im Landkreis optimieren. Mehr Informationen zu diesen Angeboten sind in einem Artikel der Allgemeinen Zeitung zu finden.
Umweltfreundliche Entsorgung von Windeln
Bei der üblichen Entsorgung von Windeln wird der Abfall standardmäßig verbrannt und thermisch verwertet. Dieser Prozess hat den Vorteil, dass dabei sowohl Strom als auch Wärme erzeugt werden. Die Energieerzeugung aus der Verbrennung gilt als klimaschonend, da keine fossilen Ressourcen wie Kohle zum Einsatz kommen. Moderne Verbrennungstechniken sorgen zudem für eine effiziente thermische Verwertung. Dennoch ist die Verbrennung von Inkontinenzabfällen und Windeln ökologisch nicht optimal. Eine bessere Alternative wäre die Separierung der Bestandteile wie Fäkalien, Plastik und Papier.
Erste Versuche zur separaten Verwertung haben bereits stattgefunden. Ein innovatives Verfahren, das dabei zum Einsatz kommt, ist die thermische Druckhydrolyse. Bei diesem Verfahren werden Windeln bei 255 Grad Celsius und 44 Bar Druck eingeschmolzen. Aus einer Tonne gebrauchter Windeln können dann bemerkenswerte Mengen an Rohstoffen gewonnen werden: 100 Kilogramm Kunststoffgranulat, 50 Kilogramm Papierbrei und 350 Kilogramm Biogas, das unter Beimischung von Klärschlamm erzeugt wird. Weitere Informationen zu den Möglichkeiten der Entsorgung von Inkontinenzabfällen finden Sie auf der Website von Remondis.
Der Wandel zur Kreislaufwirtschaft
Die Abfallwirtschaft hat sich in Deutschland seit 1972 grundlegend gewandelt. Der Fokus liegt nun auf der Kreislaufwirtschaft, die darauf abzielt, natürliche Ressourcen zu schonen und eine umweltverträgliche Abfallbewirtschaftung zu fördern. Ein wichtiges Ziel ist die Verbesserung des Umwelt- und Klimaschutzes sowie die Ressourceneffizienz. Die fünfstufige Abfallhierarchie legt fest, dass die Vermeidung von Abfällen an erster Stelle steht, gefolgt von der Vorbereitung zur Wiederverwendung und dem Recycling.
Um die stofflichen Potenziale von Abfällen zu nutzen, ist eine getrennte Erfassung notwendig. Dies gilt auch für die in den letzten Jahren eingeführte verpflichtende getrennte Sammlung von Altpapier, Altglas, Kunststoffabfällen und Bioabfällen gemäß dem Kreislaufwirtschaftsgesetz. Das Umweltbundesamt (UBA) fördert hochwertige Entsorgungsverfahren und deren Weiterentwicklung, um die Abfallwirtschaft in Deutschland technologisch auf höchstem Niveau zu halten. Informationen dazu finden Sie auf der Seite des Umweltbundesamtes.




