In der Verbandsgemeinde Eich wurde das ehrenamtliche Bürgerbus-Team als „Ehrenamt des Monats Januar“ ausgezeichnet. Diese Ehrung fand in einer feierlichen Veranstaltung im Ratssaal der Verbandsgemeindeverwaltung statt. Landrat Heiko Sippel würdigte das Engagement von 25 Ehrenamtlichen, die sich regelmäßig für ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger einsetzen. Der Bürgerbus bietet insbesondere Unterstützung für ältere und mobil eingeschränkte Menschen im ländlichen Raum und ermöglicht Fahrten zu Arztterminen, Einkäufen und Friseurbesuchen.
Die Ehrenamtlichen holen die Fahrgäste direkt an der Haustür ab und begleiten sie sicher ans Ziel und zurück. Neben dem Transport offerieren sie auch Zuwendung und ein offenes Ohr während der Fahrt. Dies zeigt, wie wichtig die soziale Komponente in der Nachbarschaftshilfe ist.

Landrat Sippel überreichte während der Zeremonie Urkunden, Ehrenamtsanstecknadeln und eine Spende an das Team, das in fünf Gemeinden der Verbandsgemeinde Eich aktiv ist. Weitere Helfer unterstützen das Projekt im Telefondienst und koordinieren die Fahrten. Das Team nimmt regelmäßig an Schulungen teil, darunter Fahrsicherheitstrainings und Einweisungen im Umgang mit Defibrillatoren. Ein gemeinsames Treffen einmal im Jahr stärkt das Gemeinschaftsgefühl und fördert den Austausch unter den Ehrenamtlichen. Der Bürgerbus „Altrhein-Express“ feiert im kommenden Jahr bereits sein zehnjähriges Bestehen.

Wichtige Rolle der ländlichen Mobilität

Das Projekt wurde im März 2017 ins Leben gerufen, und einige Gründungsmitglieder sind bis heute aktiv. Der Fortbestand des Angebots hängt entscheidend vom Einsatz der Ehrenamtlichen ab, die sich mit viel Herzblut engagieren. Der Verbandsgemeinderat unterstützt das Projekt dauerhaft, unter anderem durch die Bereitstellung eines Büros für den Telefondienst. Der Bürgerbus ist dienstags und donnerstags unterwegs, und die Nutzung ist kostenfrei. Fahrten müssen jedoch montags und mittwochs zwischen 14 und 15 Uhr telefonisch vorbestellt werden. Interessierte, die sich als Ehrenamtliche engagieren möchten, können sich an den Seniorenbeauftragten Werner Krebs wenden, um Teil dieses wertvollen Projekts zu werden.

Der Bürgerbus ist nicht nur ein lokales Highlight, sondern steht auch im Kontext einer größeren Bewegung hin zu nachhaltigen Mobilitätslösungen in ländlichen Regionen. Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) hat dazu ein Forschungsprojekt zur nachhaltigen Mobilität in ländlichen Räumen initiiert. Ergebnis dieses Projekts ist ein Handlungsleitfaden mit dem Titel „Nachhaltig mobil in ländlichen Räumen“ für Kommunen. Dieser Leitfaden fördert die Entwicklung vernetzter und intelligenter Mobilitätsangebote und enthält zahlreiche Praxisbeispiele, darunter Bürgerbusse, die ähnliche Zielsetzungen verfolgen wie das Team in Eich.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bedeutung der ländlichen Mobilität wird immer deutlicher, insbesondere in Regionen, wo das Auto oft das Hauptfortbewegungsmittel darstellt. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder betont die Notwendigkeit, eine realitätsnahe Verkehrspolitik zu entwickeln, die sowohl Stadt- als auch Landbedürfnisse berücksichtigt. Der Leitfaden zeigt, wie multimodale und intermodale Lösungen zu einer breiteren Verkehrsmittelwahl führen können, um die Abhängigkeit vom privaten Pkw zu reduzieren. Durch die Kombination von klassischem ÖPNV mit flexiblen Angeboten, wie Car- und Fahrrad-Sharing, können Kommunen neue Mobilitätsangebote entwickeln.

Der Handlungsleitfaden wurde im „Nationalen Kompetenznetzwerk für nachhaltige Mobilität“ (NaKoMo) des BMV vorgestellt und bietet wertvolle Handlungsmöglichkeiten zur Projektumsetzung, Finanzierung und Kooperation von Akteuren. Besonders die praxisbezogenen Beispiele sollen Kommunen inspirieren, eigene Mobilitätsprojekte voranzutreiben. So lässt sich die positive Entwicklung von Initiativen wie dem Bürgerbus „Altrhein-Express“ als Teil eines umfassenderen Ansatzes für die ländliche Mobilität in Deutschland verstehen.

Wenn Sie mehr über das ehrenamtliche Engagement und die Entwicklungen in der ländlichen Mobilität erfahren möchten, werfen Sie einen Blick auf die vollständigen Berichte der Alzeyer Zeitung, die Informationen des Bundesministeriums für Verkehr sowie den neuesten Handlungsleitfaden des Mobilitätsforums.