Auf dem Friedhof in Alzey gibt es seit November 2022 eine innovative Initiative, die dazu beitragen soll, Einsamkeit bei älteren Menschen zu bekämpfen. Die sogenannte Plauderbank wurde von der Gemeindeschwester Plus, Heike Lörcher-Denne, ins Leben gerufen. Sie richtet sich insbesondere an ältere Menschen, die oft unter Einsamkeit leiden und nicht immer die Möglichkeit haben, unkomplizierte soziale Kontakte zu knüpfen. Diese Bank bietet einen Raum für Begegnungen und Austausch und soll helfen, ins Gespräch zu kommen, ohne dass vorher eine Anmeldung oder Verpflichtung notwendig ist. Heike Lörcher-Denne ist jeden ersten Donnerstag im Monat von 10 bis 11 Uhr vor Ort, um Gespräche zu führen und den Teilnehmenden zur Seite zu stehen. Der nächste Termin ist wetterbedingt am Donnerstag, 5. März, und soll regelmäßig fortgeführt werden, wie auch in einem Bericht der Alzeyer Zeitung erwähnt.
Die Plauderbank wird zwischen den Abteilungen H und E auf dem Friedhof gekennzeichnet, wobei ein Schild mit Logo und Treffzeiten auf die Initiative hinweist. Es ist auch angedacht, dass die Bank außerhalb der offiziellen Zeiten genutzt wird. Heike Lörcher-Denne wird am Eröffnungstag, dem Totensonntag, 24. November, persönlich vor Ort sein, um das Projekt vorzustellen. Diese Art von Angeboten erfreut sich in anderen Gemeinden bereits großer Beliebtheit und zeigt, wie wichtig solche Begegnungsorte sind, um Einsamkeit entgegenzuwirken. Das Projekt hat auch überregionale Aufmerksamkeit erhalten, was die Relevanz und Notwendigkeit solcher Initiativen unterstreicht.
Einsamkeit im Alter
Einsamkeit ist ein ernstzunehmendes Thema, das besonders ältere Menschen betrifft. Es entsteht, wenn soziale Beziehungen das Bedürfnis nach Geborgenheit, Gemeinschaftlichkeit und Respekt nicht erfüllen. Obwohl ältere Menschen nicht häufiger einsam sind als jüngere, haben sie oft größere Schwierigkeiten, aus der Einsamkeit herauszukommen. Chronische Einsamkeit kann sogar ernsthafte gesundheitliche Folgen haben, wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Problem der Einsamkeit hat nicht nur individuelle, sondern auch gesellschaftliche Dimensionen, da hohe Einsamkeitsraten zu einem Rückgang sozialer Aktivitäten und politischer Partizipation führen können. Dies ist ein zentrales Anliegen der öffentlichen Gesundheitsversorgung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Um dem entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung 2023 eine Strategie gegen Einsamkeit beschlossen, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) koordiniert wird.
Zusätzlich wurde 2022 das Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) ins Leben gerufen, um die Ursachen und Folgen von Einsamkeit zu erforschen. Hierbei spielt auch die Initiative Silbernetz e.V. eine bedeutende Rolle. Diese bietet älteren Menschen ab 60 Jahren Wege aus der Isolation und unterhält eine Telefonhotline für vertrauliche Gespräche. Die positiven Auswirkungen solcher Angebote werden durch das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) evaluiert, was die Notwendigkeit wissenschaftlicher Analysen zu Interventionsmaßnahmen gegen Einsamkeit unterstreicht. Die Bedeutung solcher Projekte kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, da sie den Teilnehmenden ein Gefühl der Zugehörigkeit und Gemeinschaft vermitteln.
Insgesamt zeigt das Beispiel der Plauderbank in Alzey, wie wichtig es ist, Räume für Begegnungen zu schaffen und die sozialen Kontakte im Alter zu fördern. Die regelmäßigen Treffen bieten eine wertvolle Möglichkeit, sich auszutauschen und Unterstützung zu finden, und tragen dazu bei, die Einsamkeit vieler Menschen zu lindern.