Am 25. Dezember 2025 feiert die gebürtige Dürkheimerin Margarete Dörner ihren 90. Geburtstag. Ein Anlass, der nicht nur für die Jubilarin selbst, sondern auch für die Gemeinschaft in Wachenheim von Bedeutung ist. Margarete, die seit drei Jahren im Wachenheimer Bürgerspital lebt, blickt voller Nostalgie auf ihre Schulzeit zurück, die für sie untrennbar mit den besinnlichen Weihnachtsfesten verbunden ist. Besonders ihre Erlebnisse an der Pestalozzischule, speziell in der dritten und vierten Klasse, lassen die Erinnerungen direkt vor den Weihnachtstagen wieder lebendig werden. Sie hat viele dieser kostbaren Erinnerungen aufgeschrieben und sich damit ein Stück ihrer Vergangenheit bewahrt.

Was bringt uns Weihnachten? Für viele Menschen bedeutet diese Zeit warme Erinnerungen und Traditionen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Die Erinnerungen von Margarete spiegeln sich auch in den Erfahrungen von anderen aus ihrer Generation wider, die an Weihnachten der 1960er Jahre in der Bundesrepublik aufwachsen durften. Für sie waren Weihnachtsutensilien wie Nussknacker, Weihnachtskrippen und Adventskränze die Highlights der festlichen Vorbereitungen. Geschenke, die von Verwandten in der DDR kamen, umfassten oft Schokolade, Kaffee und Strumpfhosen. Revanchegeschenke, wie Dresdner Stollen oder festlicher Weihnachtschmuck, durften nicht fehlen. Die traditionellen Weihnachtsbäume, geschmückt mit echten Kerzen und Lametta, waren damals ein fester Bestandteil der festlichen Dekoration.

Besondere Weihnachtsbräuche und Erinnerungen

Die Weihnachtszeit war nicht nur von Geschenken geprägt, sondern auch von ganz besonderen Momenten. Am Heiligabend wurde in vielen Familien die Bescherung gefeiert, begleitet von Gedichten und Musikvorträgen, die die festliche Stimmung unterstrichen. Margaretes Erinnerungen an langweilige Kirchenbesuche während der Feiertage könnten dem ein oder anderen noch bekannt vorkommen. Diese Traditionen haben sich aber über die Jahrzehnte hinweg verändert. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Weihnachten seit über 2000 Jahren ein vielfältiges Brauchtum hat. Frühe christliche Praktiken versuchten, sich von heidnischen Traditionen zu distanzieren, während römische Feste wie die Saturnalia bereits Geschenke und gesellschaftliche Geselligkeit beinhalteten.

Im Mittelalter wurde Weihnachten zum längsten heiligen Fest des Jahres, ein Zeitraum voller religiöser Feiern und festlicher Rituale, vom Heiligabend bis zum 5. Januar. Der Kirchenbesuch war Pflicht und die Vorbereitungen umfassten das Schmücken mit Efeu, Stechpalme und Mistel. Ab dem 19. Jahrhundert traten neue Traditionen in den Vordergrund. Der Weihnachtsbaum, wie wir ihn heute kennen, wurde popularisiert, und der Weihnachtsmann entwickelte sich aus der Figur des heiligen Nikolaus. Moderne Traditionen, wie das Verschenken von Adventskalendern, sind aus der Weihnachtszeit nicht mehr wegzudenken.

Reflexion über Veränderungen

In einer zunehmend hektischen Welt stellt sich die Frage, wie viel von der ursprünglichen Bedeutung des Festes noch erhalten geblieben ist. Margarete Dörner und viele Mitglieder ihrer Generation reflektieren über den Wandel der Weihnachtstraditionen im Laufe der Jahrzehnte. Weniger der materielle Wert von Geschenken, sondern vielmehr die gemeinschaftliche Feier und der Gedanke hinter den Traditionen seien es, die diese Zeit besonders machen. Ein Wunsch, den viele teilen: Ein angenehmerer Ort während der dunklen Jahreszeit, der besinnliche Momente und schöne Erinnerungen hervorbringt.

So bleibt zu hoffen, dass Margrethes Feiern an ihrem 90. Geburtstag nicht nur ihr eigenes Leben bereichern, sondern auch die Erinnerungen an frühere Zeiten wach halten und die sozialen Bindungen innerhalb der Gemeinschaft stärken.