In Bad Kreuznach steht heute um 15 Uhr ein ganz besonderes Ereignis an: Eine öffentliche Führung in der Römerhalle lädt Interessierte ein, sich mit dem Thema „Götter, Helden, Ahnenkult – was erzählen uns die römischen Grabsteine?“ auseinanderzusetzen. Veranstalterin Petra Kiefer schlüpft dabei in die Rolle der historischen Figur Julia Servera Aurelia und nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise durch die römische Glaubenswelt, das Militärleben und die Bestattungskultur der Antike. Antenne KH berichtet, dass …

Die Führung beleuchtet nicht nur den Ahnenkult und die Festtage zu Ehren der Götter, sondern widmet sich auch den Reinigungs- und Seelenfesten. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Grabsteinen römischer Hilfstruppensoldaten, die um 1860 beim Bau der Eisenbahn entdeckt wurden. Diese Fundstücke erzählen Geschichten und gewähren tiefe Einblicke in die römische Epoche, unterstützt durch beeindruckende Exponate wie Mosaikböden und Götterbildnisse.

Einblicke in römische Bestattungsrituale

Die Veranstaltung gibt einen Einblick in die römischen Bestattungsrituale, die im antiken Rom eine zentrale Rolle spielten. Friedhöfe lagen sichtbar entlang großer Straßen, außerhalb der Stadtgrenzen, und die Bestattungen waren durch das Zwölftafelgesetz reguliert, das es verbot, Tote innerhalb der Stadt zu beerdigen. Grabinschriften ermöglichten eine Art Kommunikation zwischen den Toten und den Lebenden, was für die Römer besonders wichtig war. Wikipedia berichtet, dass …

Bei einem Todesfall informierte die Familie eine „Bestattungsfirma“, um den Leichnam schnell zu entfernen. Während der Trauerzeit trugen Frauen ein Ricinium, um ihre Trauer öffentlich zu zeigen. Die Zeremonien hoben die lebendigen Eigenschaften des Verstorbenen hervor und sorgten dafür, dass die Erinnerung lebendig blieb. Der Ablauf einer solchen Beerdigung wurde durch das Beispiel der Bestattung des Kaisers Septimius Severus dokumentiert, der nach seinem Tod eine Woche lang gebadet und parfümiert wurde und schließlich feierlich in seiner Toga präsentiert wurde.

Der Einfluss antiker Bräuche

Die Hauptbestattungsarten der ersten beiden Jahrhunderte nach Christus waren Brandgräber, gefolgt von Körperbestattungen. Diese fanden in speziell angelegten Grabfeldern statt, die oft hierarchisch strukturiert und gut sichtbar von den Straßen waren. Besonders beliebt waren bei wohlhabenden Bürgern große Rundgräber, so genannte Tumuli. Auch hier wird erwähnt, dass …

Die Ausstattung der Toten mit Beigaben war ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der römischen Bestattung. Diese umfassten Abschiedsgeschenke, persönliche Gegenstände und spezielle Beigaben wie Lampen oder Münzen. Letztere wurden traditionell verwendet, um den Fährmann Charon zu bezahlen, der die Seelen über den Styx geleitete. Römische und keltische Traditionen vermischten sich und hinterließen ihre Spuren in den Ritualen.

Für alle, die mehr über diese faszinierende Epoche erfahren möchten, gibt es weitere Informationen zur Teilnahme an der Führung auf der Internetseite der Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach. Nutzen Sie die Gelegenheit, in die Vergangenheit einzutauchen und die römische Kultur hautnah zu erleben!