Am 7. November 2025 wird der Totensonntag in einer ernsten Atmosphäre in Bretzenheim begangen. Inmitten einer angespannten gesellschaftlichen Lage versammeln sich dort extrem rechte Gruppierungen und Neonazis am Mahnmal „Feld des Jammers“. Diese Gruppen versuchen, die Gräueltaten des Nationalsozialismus und den Schrecken des Zweiten Weltkriegs für ihre eigene Ideologie zu instrumentalisieren. Solche Entwicklungen werfen einen Schatten auf unsere demokratischen Werte und ermöglichen einen besorgniserregenden Rechtsruck in der Gesellschaft, der Freiheit und Rechtsstaatlichkeit gefährdet.
Um ein Zeichen gegen diese Entgleisungen zu setzen, rufen die Organisatoren zu einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus auf. Die Veranstaltung, die sowohl eine Kundgebung als auch eine „Meile für Demokratie“ umfasst, wird am Totensonntag alle Anwesenden vereinen. Diese Meile von Kreisel bis Mahnmal ist geplant für den Zeitraum von 13:30 bis 16:00 Uhr und bietet Aktionsstände sowie Essen und Getränke. Die gesamte Veranstaltung ist mit viel Engagement vorbereitet worden und soll die Stimmen für Demokratie und gegen das Vergessen verstärken. Alle Teilnehmer sind eingeladen, sich warm anzuziehen, denn der November kann bitter kalt werden.
Die Schatten der Geschichte
Ein Blick auf die Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, das Gedenken an die Schrecken des Holocaust lebendig zu halten. Auschwitz-Birkenau, der größte Lagerkomplex der nationalsozialistischen Verbrechensherrschaft, steht dabei im Mittelpunkt. Zwischen 1940 und 1945 starben dort 1,1 Millionen Menschen, darunter 960.000 Juden. Viele von ihnen wurden direkt nach ihrer Ankunft getötet. Die Gedenkveranstaltungen und Initiativen, die auf die Gräueltaten hinweisen, sind auch im Kontext internationaler Diskussionen von Bedeutung. Immer wieder wird darauf hingewiesen, wie der Aufstieg des Rechtspopulismus und der demographische Wandel neue Herausforderungen für das Gedenken darstellen.
Besonders die Auschwitz-Prozesse in den 1960er-Jahren haben eine breite gesellschaftliche Diskussion über die Verantwortung Deutschlands angestoßen. In diesem Kontext ist auch der 50. Jahrestag der Reichskristallnacht 1988 ein markantes Ereignis, das weitreichende Debatten über die deutsche Erinnerungskultur angestoßen hat. Das Gedenken wird heute nicht nur als Verpflichtung, sondern auch als Herausforderungen wahrgenommen. Die sich wandelnden Zeitzeugen und innovative Ansätze, wie digitale Erinnerungsformen, müssen entwickelt werden, um gesicherte Geschichtswahrnehmung zu gewährleisten.
Der Wert der Erinnerung
Die Bedeutung des Gedenkens ist unbestritten, auch wenn es immer wieder in Ritualen erstarrt. Die Diskussion über den Holocaust und die Verantwortung Deutschlands ist ein fortwährender Prozess, der nicht stagnieren darf. Innovative Ansätze sollen dabei helfen, aus den Erfahrungen der Vergangenheit Lehren zu ziehen und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen nicht aus den Augen zu verlieren. Die Veranstaltungen in Bretzenheim sind ein Teil davon und unterstreichen den ja so wichtigen Grundsatz, dass Erinnern nicht nur Rückblick, sondern auch Gegenwart und Zukunft bedeutet.
So rufen wir alle dazu auf, am 7. November ein Zeichen zu setzen, das über den Tag hinaus Wirkung zeigt. Denn das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ist nicht nur eine Verpflichtung, sondern ein Akt der Selbstverpflichtung für eine demokratische und menschliche Gesellschaft.
Weitere Informationen zu den Hintergründen des Gedenkens finden Sie bei Demokrateam, Bundeszentrale für politische Bildung und Spiegel Online.