Am 1. Dezember 2025 jährt sich die Amokfahrt in der Trierer Innenstadt zum fünften Mal. Zu diesem Anlass haben Polizei und die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) des Deutschen Roten Kreuzes eine Anlaufstelle im Herzen der Stadt eingerichtet. Von 10 bis 18 Uhr erwartet die Bürgerinnen und Bürger in der Nähe des Trierer Doms ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Fragen im Zusammenhang mit den schrecklichen Ereignissen vom 1. Dezember 2020.
Der Bürocontainer der Polizei dient als Anlaufstelle, während gemischte Streifenteams aus Polizei und PSNV-Einsatzkräften vor Ort sind, um die Menschen zu unterstützen. Die lilafarbenen Westen der PSNV-Kräfte sind ein sichtbares Zeichen dafür, dass Hilfe bereitsteht. Bei Bedarf können die Fachkräfte auch an weitere Hilfsangebote vermitteln, um den Betroffenen die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie benötigen.
Traumata und nachhaltige Belastungen
Fünf Jahre nach der Amokfahrt leiden noch immer viele Betroffene. Laut Bernd Steinmetz, Koordinator der Nachsorgegruppe, können traumatisierte Augenzeugen die Fußgängerzone nicht mehr betreten. „Einige können seit fünf Jahren nicht einmal mehr in ein Auto steigen“, berichtet er weiter. Diese psychischen Belastungen haben für viele Menschen zur Folge, dass sie Urlaubsreisen mit der Familie meiden.
Die schrecklichen Ereignisse forderten an diesem verhängnisvollen Tag fünf Menschenleben. Dutzende weitere wurden verletzt und traumatisiert, und im Februar 2024 verstarb ein weiterer Mann aufgrund seiner erlittenen Verletzungen. Besonders herzzerreißend ist die Geschichte von Petra Lieser, die ihre Tochter Katja bei der Amokfahrt verlor. Sie beschreibt ihren Alltag als einen ständigen Alptraum, der sie sogar in alltäglichen Situationen, wie beim Einkaufen oder im Kino, stark belastet.
Gemeinsam gedenken und unterstützen
Am Jahrestag der Amokfahrt wird eine offizielle Gedenkveranstaltung um 13:46 Uhr an der Gedenkstätte zur Amokfahrt in der Christophstraße/Ecke Porta-Nigra-Platz stattfinden. Zu diesem Anlass läuten die Glocken des Doms vier Minuten lang, um der Opfer zu gedenken. Die Trierer Gruppe der Stiftung Katastrophen-Nachsorge trifft sich ebenfalls, um die schrecklichen Ereignisse aufzuarbeiten und um Unterstützung zu bieten. Ihr nächstes Treffen findet nach einem Gottesdienst am Jahrestag statt, bevor man zur Gedenkstätte geht.
Die Betroffenen haben in den letzten fünf Jahren oft auf die langsame Umsetzung des Pollerkonzepts zur Verbesserung der Sicherheit in der Innenstadt hingewiesen. Im Sommer gab es viel Unverständnis über die Entscheidung des Stadtrats, zunächst eine reduzierte Version des Konzeptes aus Kostengründen zu wählen. Doch mittlerweile hat man sich auf ein überarbeitetes Konzept geeinigt, das am 9. Dezember im Stadtrat vorgestellt werden soll. Die Sicherungen am Domfreihof sind bereits abgeschlossen, und die Arbeiten am Hauptmarkt befinden sich in den letzten Zügen.
Um mit solchen traumatischen Erfahrungen umzugehen, ist es wichtig, solche Erlebnisse zu verarbeiten. Besonders Unterstützung für Kinder und Jugendliche und deren Angehörige spielt eine wesentliche Rolle, wie auf der Webseite des Universitätsklinikum Hamburg betont wird. Die Anlaufstelle am kommenden Dienstag soll dazu beitragen, dass die Betroffenen nicht allein gelassen werden. Die Polizei appelliert zudem an die Bürger, im Bereich der Anlaufstelle respektvoll mit der besonderen Situation der Betroffenen umzugehen.
Ein starkes Gemeinschaftsgefühl ist in diesen schweren Zeiten von größter Bedeutung. Jeder ist eingeladen, sich zu informieren und bei der Anlaufstelle vorbeizukommen, um denjenigen, die unter den Folgen der Amokfahrt leiden, die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie so dringend benötigen.
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