Fast fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe im Sommer 2021 leben viele Menschen in der Eifel noch immer mit den Folgen dieser Naturkatastrophe. Besonders betroffen sind rund 7.500 Haushalte im Eifelkreis Bitburg-Prüm und Vulkaneifel, von denen angenommen wird, dass eine vierstellige Zahl noch Unterstützung benötigt. Trotz der verfügbaren Hilfen haben viele Betroffene aus Unwissenheit, Scham oder Angst bislang keinen Antrag auf Unterstützung gestellt. Diese Situation ist besorgniserregend, da die staatlichen Wiederaufbauhilfen bald auslaufen und die Frist zur Antragstellung bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) bis zum 30. Juni 2026 läuft.

Alexander Knauf, Dienststellenleiter beim Caritasverband Westeifel, berichtet von einer 70-jährigen Frau, deren Erdgeschoss überflutet wurde. Sie hat aus Angst vor einem Umzug in ein Heim keinen Antrag gestellt. Solche Geschichten sind nicht selten, und Caritas sowie Sozialbehörden machen nun verstärkt auf die bevorstehenden Fristen aufmerksam. Die Fluthilfe der Caritas endet zum Jahresende 2026, und Betroffene haben die Möglichkeit, dort Unterstützung und Beratung bei der Antragstellung zu erhalten. Es ist wichtig zu wissen, dass auch diejenigen, die auf eigene Kosten Reparaturen durchgeführt haben, sich melden können. Nachweise wie Handwerkerrechnungen oder Fotos sind dabei hilfreich.

Fristen und Hilfsangebote

Die Fluthilfe der Caritas, die im Juli 2021 ins Leben gerufen wurde, bietet nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch emotionale und organisatorische Hilfe. Neben der finanziellen Unterstützung gibt es spezielle Angebote wie Resilienztrainings für ältere Menschen und Bewegungsangebote für Kinder. Die Antragstellung auf Wiederaufbauhilfe bei der Caritas ist bis zum 31. Dezember 2026 möglich. Die Caritas hat auch eine Endspurt-Kampagne angekündigt, die am 1. Juli 2025 beginnt, um auf die zeitlichen Begrenzungen hinzuweisen und zur Antragstellung zu motivieren.

Um die Betroffenen besser zu erreichen, wird es eine Flussstreckentour mit einem Caritas-Beratungsbus geben, die vom 30. Juni bis 4. Juli 2025 an verschiedenen Punkten entlang der Flüsse haltmachen wird. Diese Tour bietet thematische Informationen und direkte Beratung an. Damit sollen diejenigen, die noch zögern, ermutigt werden, ihre Anträge zu stellen und die Unterstützung in Anspruch zu nehmen, die ihnen zusteht.

Herausforderungen und Ausblick

Die Gründe für das Zögern bei der Antragstellung sind vielfältig. Neben der Unkenntnis über die verfügbaren Hilfen und dem Gefühl, nicht anspruchsberechtigt zu sein, spielen auch Scham und technische Schwierigkeiten eine Rolle. Der Zeitdruck wird zunehmend spürbar, da es mit der Zeit schwieriger wird, die Schäden eindeutig den Ereignissen zuzuordnen. Je länger das Hochwasser zurückliegt, desto komplexer wird die Beweisführung für die Betroffenen.

Es ist daher dringlich, dass alle Betroffenen die Chance nutzen, sich zu informieren und Unterstützung zu beantragen. Die Caritas und andere Organisationen stehen bereit, um zu helfen. Wenn Sie mehr über die Hilfsangebote erfahren möchten, besuchen Sie die Website von SWR oder die Caritas Westeifel.