Freundschaft über Grenzen: Pfälzer und Israelische Winzer gegen den Krieg
Rheinland-Pfalz: Winzerfreundschaft zwischen Deutschland und Israel nach Hamas-Angriff - Solidarität und regionale Partnerschaften stärken.

Freundschaft über Grenzen: Pfälzer und Israelische Winzer gegen den Krieg
„Die schönsten Weine kommen oft aus den stärksten Freundschaften.“ So könnte man die Verbindung zwischen dem pfälzischen Weingut Georg Mosbacher und dem israelischen Weingut Vitkin wohl beschreiben. Seit nunmehr 14 Jahren pflegen die beiden Weingüter eine enge Freundschaft, die durch beiderseitige Unterstützung und Respekt geprägt ist. Doch seit dem verheerenden Hamas-Überfall am 7. Oktober 2023, bei dem zahlreiche Menschenleben verloren gingen, ist diese Freundschaft auf eine harte Probe gestellt worden.
Das Ehepaar Sabine Mosbacher-Düringer und Jürgen Düringer aus Forst ist tief besorgt um ihre Freunde in Kfar Vitkin, die Winzer Sharona und Doron Belogolovsky. Dies bestätigt auch der Bericht von rheinpfalz.de, in dem die Düringers auf ihrer jüngsten Begegnung bei der „Langen Nacht der Weingüter“ von einer gespanten Atmosphäre berichten. Trotz der schwierigen Umstände blieben Gespräche über Wein und Freundschaft im Vordergrund.
Solidarität in schweren Zeiten
Im Angesicht dieser Tragödien ist die Initiative „Twin Wineries“ entstanden, die darauf abzielt, deutsche und israelische Weingüter miteinander zu verbinden. Eine jüngste Aktion unter dem Motto „The Taste of Friendship“ wurde ins Leben gerufen, um das Mitgefühl der deutschen Winzer für ihre israelischen Partner zu zeigen. Mehr als 40 Weingüter sind an dieser solidarischen Bewegung beteiligt, die den Wein als kulturelles Bindeglied zwischen den Nationen sieht.Vinum berichtet, dass diese Kampagne nicht nur die Freundschaft zwischen den Winzern stärkt, sondern auch eine Botschaft der Hoffnung gegen die Schrecken des Krieges setzen soll.
Die Präsenz italienischer Weine bei der „Langen Nacht“ sorgte für eine offene Atmosphäre, die Besucher zeigten großes Interesse und Anteilnahme an den Geschichten hinter den Weinflaschen. Diese Offenheit half dabei, Hemmungen zu überwinden. „Wir fühlen uns hier in Deutschland gut aufgehoben“, sagte Sharona Paz-Belogolovsky und brachte damit die Gedanken vieler Israeli auf den Punkt, die trotz der angespannten Lage ihre Verbindungen nach Deutschland pflegen möchten.
Herausfordernde Zeiten für die israelische Gesellschaft
Die Auswirkungen des Hamas-Überfalls sind in der israelischen Gesellschaft deutlich spürbar. Wie Paz-Belogolovsky berichtet, hat der Konflikt nicht nur die Gemeinschaft anfangs zusammengeschweißt, sondern auch zu Spannungen und Unruhe geführt. Ihre Söhne, die als Reservisten eingezogen wurden, haben traumatische Erfahrungen gemacht, die auch das familiäre Umfeld belasten.
Die verzweifelte Hoffnung auf Frieden wird durch die immer wieder enttäuschten Erwartungen zusätzlich geschwächt. Dennoch bleibt die Verbindung zu den deutschen Partnern stark, denn durch die Weinpartnerschaft entstand eine Freundschaft, die in stürmischen Zeiten Halt bieten kann. In den Vinotheken von Vitkin und Mosbacher findet man zuweilen auch die Weine des jeweils anderen, was die gelebte Solidarität und den gegenseitigen Austausch symbolisiert.
Wer die Möglichkeit hat, sollte die Weine der „Twin Wineries“ probieren und damit nicht nur ein Stück Freundschaft, sondern auch ein Zeichen der Unterstützung in schwierigen Zeiten setzen. Denn in der Weinwelt, wie im Leben, sind es oft die gemeinsam angebauten Wurzeln, die das Beste hervorrufen.