In den letzten Wochen hat die Geflügelpest in Deutschland an Dramatik gewonnen. Allein in Rheinland-Pfalz wurden seit Jahresbeginn bei 26 Wildvögeln, insbesondere Schwänen, die Anzeichen der gefürchteten Vogelgrippe nachgewiesen. Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz (LUA) in Koblenz hat diese Diagnosen bestätigt, und das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) steuert wertvolle Informationen bei. Die Situation ist ernst, denn das Risiko einer weiteren Verbreitung wird als hoch eingeschätzt. Mit sofortiger Wirkung wird im Kreis Trier-Saarburg eine Stallpflicht verhängt, die bis zum 20. März gilt, während in anderen Kreisen die Stallpflicht vorerst aufgehoben wurde, berichtet n-tv.
Was bedeutet dies für die Geflügelhaltung und die Landwirtschaft in der Region? Die Landwirte müssen sich auf strenge Schutzmaßnahmen einstellen, die von den zuständigen Kreisverwaltungen auf Grundlage der Risikoeinschätzung angeordnet werden. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass die klassische Geflügelpest für Vögel tödlich ist und die Ansteckung zwischen wenigen Stunden und einigen Tagen bis zum Ausbruch des Virus dauern kann. Das Robert Koch-Institut schätzt jedoch das Risiko einer Infektion für Menschen als sehr gering ein – es sei denn, es besteht enger Kontakt zu infiziertem Nutzgeflügel. Der Gesundheitsdienst warnt daraufhin eindringlich: Tote oder kranke Wildvögel sollten auf keinen Fall berührt werden. Wie war es in den letzten Wochen wirklich um die Vogelgrippe bestellt?
Ausbrüche in ganz Deutschland
Die Meldungen über die Geflügelpest reißen nicht ab. In verschiedenen Regionen Deutschlands sind zahlreiche Vogelgrippe-Fälle, vor allem bei Schwänen, registriert worden. So wurden im Landkreis Dahme-Spreewald 29 tote Schwäne und Kormorane gefunden, bei denen das Virus nachgewiesen wurde. Auch in Thüringen, genauer gesagt in der Stadt Gera, gibt es zwei bestätigte Fälle bei Schwänen. Diese bedrohliche Entwicklung wird glücklicherweise nicht nur lokal, sondern auch international wahrgenommen: Das norwegische Veterinärinstitut berichtet von einer erhöhten Zahl an Vogelgrippe-Fällen bei Wildvögeln, wobei insbesondere Schwäne betroffen sind, wie in Geflügelnews hervorgehoben wird.
Die Situation ist nicht nur in Deutschland alarmierend. In den letzten Monaten wurden 1.443 Fälle von hochpathogener aviärer Influenza (HPAI) A(H5) in 26 europäischen Ländern gemeldet – das sind viermal mehr Fälle als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und der höchste Wert seit 2016. Auch in den USA und Kanada gibt es neue Fälle, während in Asien, unter anderem auf den Philippinen, in Japan und Taiwan, die Vogelgrippe ebenfalls ihr Unwesen treibt. Die Konsequenzen sind weitreichend: Bei den ersten Ausbrüchen in Geflügelhaltungen mussten in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg Bestände in großen Zahlen getötet werden, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Dringende Maßnahmen erforderlich
Um die Geflügelbestände zu schützen, drängen Behörden auf strengere Biosicherheitsmaßnahmen. Dazu gehört die Einrichtung von Verbindungsgürteln und Schutz- sowie Überwachungszonen rund um betroffene Betriebe. Zusätzlich wird empfohlen, Hausvögel in betroffenen Regionen unterzubringen und das Füttern von Wildvögeln während Hochrisikoperioden zu vermeiden. Die Überwachung von Wildvögeln in Feuchtgebieten und Rastplätzen ist ebenso von zentraler Bedeutung. Ein Vorgehen, das bereits jetzt von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als notwendig erachtet wird. In einer Analyse vom September bis November 2025 ist die Dringlichkeit dieser Maßnahmen untermauert worden, da eine neue Variante des Virus im Umlauf ist, wie EFSA berichtet.
Die Entwicklung der Geflügelpest erfordert, dass alle Beteiligten wachsam bleiben und sich an die gegebenen Empfehlungen halten. Denn während die Vorzeichen auf eine düstere Ausbreitung hindeuten, ist entscheidend, dass Landwirte, Behörden und die Bevölkerung gemeinsam agieren, um die Verbreitung der Geflügelpest zu stoppen. Denn wie man so schön sagt: „Ein gutes Geschäft macht nur der, der auf der Hut ist.“