Der Landkreis Südliche Weinstraße hat mit der Einführung der Integreat-App einen bedeutenden Schritt in der Integrationsarbeit unternommen. Diese App, die Anfang März 2023 zur Verfügung gestellt wurde, bietet Integrationsinformationen in 13 verschiedenen Sprachen und ist nach dem Download offline nutzbar. Ziel dieser Initiative ist es, Menschen mit Migrationshintergrund den Zugang zu wichtigen Strukturen und Angeboten im Landkreis zu erleichtern. Landrat Dietmar Seefeldt (CDU) hebt die Vielfalt der Menschen im Landkreis hervor und betont die Wichtigkeit, diese Zielgruppe bestmöglich zu unterstützen.

Die Inhalte der Integreat-App sind spezifisch auf die Bedürfnisse des Landkreises zugeschnitten. Integrationsbeauftragte Sihame Hlubek hat eine Vielzahl von Informationen zu Themen wie Behörden, Notfallnummern, Gesundheit, Bildung und Wohnen zusammengestellt. Die App wird von der Kreisverwaltung gepflegt und regelmäßig aktualisiert, um sicherzustellen, dass die Nutzer stets die neuesten Informationen erhalten. Besonders hilfreich ist die App nicht nur für neu zugewanderte Bürger, sondern auch für deren Betreuer. Neuankömmlinge erhalten bei ihrer Erstanmeldung einen QR-Code, über den sie die App herunterladen können.

Vielfältige Sprachoptionen und breite Nutzung

Die Integreat-App ist über gängige App-Stores sowie als Web-App verfügbar. Mit einer Sprachauswahl, die Deutsch, Englisch, Spanisch, Farsi, Französisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Somali, Türkisch, Ukrainisch, Arabisch und Urdu umfasst, stellt die App sicher, dass die Informationen für eine breite Nutzerbasis zugänglich sind. Bundesweit wird die Integreat-App von rund 140 Kommunen genutzt und verzeichnet über vier Millionen Zugriffe pro Jahr, was sie zur meistgenutzten digitalen Integrationsplattform in Deutschland macht.

Die Integreat-Plattform selbst dient als zentrale Anlaufstelle für regionale Informationen und ermöglicht eine einfache Pflege der Inhalte, ohne dass tiefgehende IT-Kenntnisse erforderlich sind. Dies ist besonders wichtig für Ehrenamtliche und Fachkräfte, die in der Integrationsarbeit tätig sind. Die gemeinnützige, quelloffene und DSGVO-konforme Lösung hat sich während der Corona-Pandemie als besonders wertvoll erwiesen und fördert die gesellschaftliche Teilhabe von Migranten.

Integration im nationalen Kontext

Der aktuelle 14. Integrationsbericht der Bundesregierung beleuchtet die Situation der Integration und Teilhabe in Deutschland und erfüllt damit einen gesetzlichen Auftrag gemäß § 94 Abs. 2 Aufenthaltsgesetz. Dieser Bericht zeigt, dass etwa 25% der Bevölkerung eine Einwanderungsgeschichte hat, und bei Kindern und Jugendlichen sind es sogar über ein Drittel. Obwohl es Erfolge in der Integration, insbesondere im Arbeitsmarkt, zu verzeichnen gibt, wird auch auf den bestehenden Nachholbedarf hingewiesen, etwa im Bereich der Vielfalt im Bildungssystem.

Die Integreat-App und ähnliche Initiativen liefern wertvolle Informationen und unterstützen den Integrationsprozess, indem sie den Menschen helfen, sich in ihrer neuen Umgebung besser zurechtzufinden. Die Erkenntnisse aus dem Integrationsbericht, der vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) erstellt wurde, können Anhaltspunkte für die künftige Integrationspolitik auf verschiedenen Ebenen bieten. Sie fördern eine faktenbasierte Debatte über die Herausforderungen und Erfolge der Integration in Deutschland und zeigen, wie wichtig es ist, dass alle Akteure – von Bund über Länder bis hin zu Kommunen und Migrantenorganisationen – zusammenarbeiten.

Weitere Informationen zur Integreat-App finden Sie unter diesem Link. Für einen tieferen Einblick in die Integrationsarbeit in Deutschland empfehlen wir den 14. Integrationsbericht, den Sie unter diesem Link einsehen können.