Eine traurige Geschichte erreicht uns aus dem Wörther Industriegebiet, wo ein Mann vor einer Woche eine Katzenmama mit ihren vier kleinen Kätzchen in einer Plastikbox entdeckte. Diese herzzerreißende Szene deutet auf das grausame Aussetzen der Tiere hin, das nun von der Polizei weiter untersucht wird. Wie die Rheinpfalz berichtet, wurde die Katzenfamilie sofort in das Tierheim „Terra mater“ in Lustadt gebracht, wo es vorerst in einer Quarantänestation untergebracht ist.
Die kleine Familie hat sich in der Einrichtung gut eingelebt, auch wenn die Mutterkatze, die auf den Namen Jenna hört, anfangs unter Stress litt. Ihre vier bis fünf Wochen alten Kätzchen zeigten zudem Symptome eines leichten Schnupfens, sind aber in fachgerechter Pflege. Sobald die Symptome abklingen, dürfen sie in ein Familienzimmer umziehen, wo sie mehr Platz und eine entspannt Atmosphäre finden werden.
Tierquälerei in Deutschland
Das Abgeben oder Aussetzen von Haustieren ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern verstößt auch gegen das Tierschutzgesetz. Laut Tier im Recht ist es strafbar, Tiere auszusetzen oder zurückzulassen, da es zu einer gefährlichen Situation für das Wohlbefinden der Tiere führen kann. Die Strafen können bis zu 25.000 Euro für einen solchen Verstoß betragen. Die Tierschutzorganisation PETA hat sich bereits eingeschaltet und belohnt jeden Hinweis mit 500 Euro, der zur Ermittlung und Verurteilung des Täters führt.
In den vergangenen Monaten sind die Fälle von ausgesetzten Tieren angestiegen, oft verursacht durch finanzielle Belastungen der Tierhalter. Desiree Wabner vom Tierheim merkt an, dass viele Menschen in Notlagen geraten sind, was sich in einer erhöhten Zahl an abgegebenen oder ausgesetzt Tieren niederschlägt. Momentan leben etwa 60 vermittelbare Katzen in der Einrichtung.
Ähnliche Schicksale
Ein weiterer erschütternder Vorfall ereignete sich in München, wo eine hochschwangere Katze namens Perla in einem Karton vor dem Tierheim ausgesetzt wurde. Wie die TZ berichtet, wurde Perla dehydriert und geschwächt gefunden und nach der medizinischen Versorgung in die Quarantänestation gebracht. Dort brachte sie zwei lebende, aber auch zwei todgeborene Kätzchen zur Welt. Auch in diesem Fall hat PETA eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise, die zur Verurteilung des Täters führen, ausgelobt.
Diese Vorfälle werfen erneut ein Licht auf die dringende Notwendigkeit einer bundesweiten Katzenschutzverordnung zur Kennzeichnung, Registrierung und Kastration von Katzen. Nur so kann die Zahl der ausgesetzten Tiere nachhaltig reduziert werden.
Wer Hinweise zu den beiden Fällen hat, kann sich an die Polizei unter 07271 92210 oder piwoerth@polizei.rlp.de sowie an PETA unter 0711 8605910 wenden. Jeder Hinweis kann entscheidend sein, um Tierquäler zur Rechenschaft zu ziehen und betroffenen Tieren zu helfen.