In Offenbach sprießen die neuen Bäume, und das ganz nach dem Vorbild des innovativen Stockholmer Modells. Die Rheinpfalz berichtet, dass der Ortsbürgermeister Simon Wingerter stolz die neu gepflanzten Bäume präsentiert. Axel Wassyl hatte vor drei Jahren den Anstoß gegeben, neue Wege bei der Baumpflanzung zu gehen. Das Ziel? Gesündere Bäume, die auch den Herausforderungen des Klimawandels gewachsen sind.
Ein wesentliches Merkmal des Stockholmer Modells ist das gezielte Management der Wurzeln. Diese bekommen nicht nur mehr Platz, sondern auch Zugriff auf eine ausreichende Wasserversorgung. Anstatt das Regenwasser über Kanäle abzuleiten, wird es nun direkt zu den Baumquartieren geleitet, was eine sinnvolle Nutzung der Ressourcen darstellt.
Herausforderungen für Stadtbäume
Die Herausforderungen für Stadtbäume sind vielfältig. Wie aus dem Bericht von Stadt und Grün hervorgeht, sind extreme Hitze- und Trockenperioden seit 2018 an der Tagesordnung. Insbesondere die Sommermonate bringen für Bäume in urbanen Räumen große Probleme. Zu wenig Platz, verdichteter Untergrund und Mangel an Luft und Wasser setzen vielen Bäumen zu.
Viele Baumquartiere sind oft zu klein, wodurch die Wurzeln eingeengt werden und die Lebensdauer der Bäume erheblich sinkt. Der klassische Straßenbaum hat eine Lebenserwartung von gerade einmal 40 bis 50 Jahren, wenn die Bedingungen nicht optimal sind. Zusätzlich können Temperaturen über 45 Grad Celsius bei den Pflanzen irreversible Schäden verursachen. Hier möchte die Gemeinde mit ihrem Ansatz zur Bewässerung und dem Stockholmer Modell gezielt gegensteuern.
Investition in eine grünere Zukunft
Die Kosten für die neuen Baumquartiere belaufen sich auf etwa 10.000 Euro pro Einheit, während eine herkömmliche Baumpflanzung rund 1.000 Euro kostet. Trotz der höheren Investition sieht die Gemeinde den langfristigen Nutzen: Gesündere Bäume bedeuten weniger Infrastrukturschäden und eine bessere Lebensqualität in der urbanen Umgebung. Durch die Implementierung eines Bewässerungssystems und der Verwendung von bis zu 15 Kubikmetern Baumsubstrat bietet das Modell einen umfassenden Ansatz für die Pflege und den Erhalt der Stadtbäume.
Zur Unterstützung dieser Maßnahmen gibt es nun auch einen interaktiven Leitfaden für Stadtbäume, der auf der Webseite des Zentrum Stadnatur und Klimaanpassung verfügbar ist. LSS berichtet, dass dieser Leitfaden eine wertvolle Ressource darstellt, um Wachstum und Ökosystemleistungen von Stadtbäumen besser zu verstehen und die richtigen Maßnahmen zur Pflege zu planen. Informationen zu Klimaanpassung und geeigneten Baumarten fließen ebenfalls in die Beratung ein.
Mit solch innovativen Ansätzen wie dem Stockholmer Modell wird Offenbach ein gutes Händchen haben, um die Lebensqualität in der Stadt nachhaltig zu verbessern und den Herausforderungen des Klimawandels zu trotzen.