Das Wrede-Stadion in Germersheim steht vor einer dringend notwendigen Sanierung. Die Tartanbahn, die seit ihrer Eröffnung im Jahr 1972 erhebliche Mängel aufweist, soll erneuert werden. Und das ist nicht nur eine Frage des ästhetischen Ansehens; die Schäden sind so gravierend, dass Bürgermeister Marcus Schaile die Dringlichkeit der Sanierung für einen sicheren Betrieb betont. Die Stadt hofft auf finanzielle Unterstützung aus der Sportmilliarde des Bundes, um die geschätzten Sanierungskosten von rund 1,2 Millionen Euro zu decken. Dabei würde der Anteil der Stadt an den Kosten 25 Prozent betragen.
Die Nutzung der Schulsportanlage ist vielfältig: Schulen, die Universität, die Turnerschaft 1863 Germersheim und Freizeitsportler profitieren von den Einrichtungen. Doch die Qualität der Tartanbahn lässt zu wünschen übrig. Rissbildungen und eine nachlassende Elastizität sind nur einige der Probleme, die durch das Befahren mit Rasentraktoren zusätzlich verschärft werden. Die Drainage ist eingedrückt, und Moos wächst aus den Löchern. Auch das Beton an den Stützwänden platzt ab und rostiges Metall ist sichtbar. Diese Missstände sind nicht nur unschön, sondern gefährden auch die Sicherheit der Nutzer.
Sanierungsstau in Deutschland
Das Problem ist nicht nur lokal, sondern betrifft viele Sportanlagen in Deutschland. Der Sanierungsstau ist erheblich, was zu einem Ausfall des Schulsports und eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten für Vereine führt. Laut einer KfW-Studie haben 59% der kommunalen Sportstätten einen „gravierenden“ oder „nennenswerten“ Investitionsrückstand. Besonders alarmierend ist, dass 5,6% der Sporthallen ohne Sanierung in den nächsten drei Jahren drohen, geschlossen zu werden. Auch in Bonn wird beispielsweise der Endenicher Sportpark saniert, wo die Kosten auf etwa 2,5 Millionen Euro geschätzt werden.
Der Bund hat auf diese Missstände reagiert und stellt erstmals Fördermittel für das Programm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ zur Verfügung. Im Wirtschaftsplan des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität sind für den aktuellen Projektaufruf insgesamt 333 Millionen Euro veranschlagt. Ziel des Programms ist es, Städten und Gemeinden bei der Sanierung und Modernisierung ihrer Sportstätten unter die Arme zu greifen. Bis zu einer Milliarde Euro sollen in dieser Legislaturperiode bereitgestellt werden. Die Fördermittel können nicht nur für die Sanierung von Sporthallen, sondern auch für Freianlagen wie Kunstrasenplätze verwendet werden, wobei Nachhaltigkeit im Vordergrund steht.
Chancen für Germersheim
Die Stadt Germersheim hat bereits eine Projektskizze für das Programm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ eingereicht. Die Bewerbungsfrist für die Fördermittel endet am 15. Januar 2026. Diese Möglichkeit könnte für das Wrede-Stadion entscheidend sein, um die dringend benötigte Sanierung der Tartanbahn und der gesamten Anlage zu realisieren. Die Stadt hofft, von der Sportmilliarde des Bundes profitieren zu können, um die Mängel zu beheben und die Sicherheit sowie die Nutzungsmöglichkeiten der Sportanlage zu verbessern.
Insgesamt zeigt sich, dass die Sanierung kommunaler Sportstätten nicht nur eine Frage der Infrastruktur ist, sondern auch die gesellschaftliche Teilhabe und Gesundheitsförderung der Bevölkerung betrifft. Ein sicheres und modernes Sportumfeld ist essenziell für die Entwicklung des Sports auf allen Ebenen – vom Schulsport bis hin zum Leistungssport.