Im Vorfeld der besinnlichen Adventszeit widmet sich ein Vortrag im Landesbibliothekszentrum Koblenz einem Thema, das viele von uns betrifft: Prokrastination oder besser bekannt als Aufschieberitis. Am Donnerstagabend wird Dr. Matthias Frank Rudolph, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie aus Boppard, den Zuhörerinnen und Zuhörern Strategien an die Hand geben, um den inneren Schweinehund zu überwinden und wichtige Aufgaben rechtzeitig zu erledigen, insbesondere in der stressreichen Vorweihnachtszeit. Viele kennen es nur zu gut – Geschenke kaufen, Prüfungen vorbereiten oder einfach die täglichen To-Do-Listen abarbeiten, alles wird aufgeschoben.

Prokrastination hat oft tiefere psychologische Ursachen, vor allem Ängste, Perfektionismus und geringes Selbstwertgefühl. Laut der Praxis Höpfler sind es vor allem die schönen und einfachen Dinge, die wir priorisieren, während uns unangenehme Aufgaben schier erdrücken. Besonders gefährdet sind Schüler und Studierende, von denen etwa jeder Fünfte regelmäßig aufschiebt.

Tipps zur Überwindung der Prokrastination

Dr. Rudolph gibt in seinem Vortrag wertvolle Tipps zur Bekämpfung der Aufschieberitis. Dazu gehören:

  • Priorisieren: Wichtige Aufgaben erkennen und die Eisenhower-Prinzip oder ABC-Analyse anwenden.
  • Unangenehme Aufgaben zuerst angehen – „Eat the frog“.
  • Große Aufgaben in kleinere Schritte unterteilen, beispielsweise durch die Pomodoro-Technik.
  • Time-Boxing: Setzen von Zeitlimits für die Erledigung von Aufgaben.
  • Sich selbst loben: Eine „Juhu-Liste“ führen, um positives Feedback zu geben.

Zudem gilt es, Ablenkungen zu vermeiden, Pausen einzuplanen und auf die eigene Gedankenwelt zu achten. Relevant ist auch die Schaffung eines ruhigen Arbeitsplatzes, um die Konzentration zu fördern. Wer die Ansprüche an sich selbst senkt und den Fokus auf das Festliche legt, kann unliebsame Aufgaben leichter bewältigen.

Die Wurzeln der Prokrastination

Prokrastination ist kein Zeichen von Faulheit. Während Faulheit oft eine bewusste Entscheidung darstellt, hat Prokrastination emotional aufgeladene Ursachen. Viele Menschen flüchten vor Druck und unangenehmen Aufgaben, was in der Kindheit verankert sein kann, sei es durch hohe Erwartungen oder unklare Anweisungen. Chronisches Aufschieben kann zu Stress, Schuldgefühlen und sogar zu depressiven Symptomen führen, erklärt die Praxis Höpfler.

Ein bewusster Umgang mit der eigenen Zeit und das Setzen realistischer Ziele sind entscheidend. Statt in der totalen Überforderung zu versinken, sollten wir uns kleine Erfolge zugestehen und uns selbst belohnen.

Der Vortrag von Dr. Rudolph ist eine hervorragende Gelegenheit, um ein gutes Händchen für die eigene Zeitplanung zu entwickeln und sich auf die bevorstehenden Feiertage vorzubereiten – ohne Last-Minute-Stress.

Wer die Vorträge nicht verpassen möchte, findet weitere Informationen auf der Seite des SWR: Hier geht's zum Artikel. Auch YouTube bietet interessante Inhalte zum Thema Lernen und Weiterbildung, wie die kommende Reihe „Think Like a Musician“, die Lehrerinnen und Lehrern helfen kann, Inhalte effektiver zu vermitteln. Dies zeigt, wie vielseitig die Möglichkeiten sind, sich mit Herausforderungen auseinanderzusetzen, sei es im Klassenzimmer oder im Alltag (YouTube Blog. Viele Menschen suchen Informationen und Wissenswertes auf der Plattform – eine wichtige Ressource für neugierige Köpfe.