Die festliche Adventzeit steht vor der Tür, doch die Vorfreude auf den Koblenzer Weihnachtsmarkt 2024 wird getrübt. Wie die Neue Musikzeitung berichtet, wird es auf dem Weihnachtsmarkt kaum Chorauftritte geben. Lediglich zur Eröffnung des Marktes wird es trotz der hohen Gema-Gebühren eine Ausnahme geben. Grund für die Einschränkungen sind die exorbitanten Kosten, die mit der Aufführung von Live-Musik verbunden sind.
In der letzten Adventsaison wurden statt geplanter Chorauftritte spontane Protestaktionen durchgeführt. Chorsängerinnen und -sänger traten mit verklebten Mündern auf, um gegen die hohen GEMA-Gebühren für Weihnachtshits zu protestieren. Die GEMA, die die Urheberrechte von Komponisten und Musikverlagen in Deutschland verwaltet, hat im September einen neuen Tarif vorgestellt, der 2025 in Kraft tritt und die Gebühren um 35 Prozent senkt. Dieser Schritt wird jedoch nur bedingt für Erleichterung sorgen, da die Pauschale für Live-Musik in Koblenz dennoch bei rund 4.000 Euro liegt.
Livemusik bleibt auf der Strecke
Dank der neuen Regelungen gibt es zwar Hoffnung auf eine Reduzierung der Kosten, doch die Realität zeigt sich düster. Der geplante „Klingende Adventskalender“ musste aufgrund der hohen Kosten von etwa 125.000 Euro abgesagt werden. Auch in verwandten Städten wie Mainz wird die musikalische Gestaltung auf ein Minimum reduziert, da die Kosten in ähnlicher Höhe zu hoch sind. Der Vorsitzende des Kreis-Chor-Verbandes Koblenz, Dietmar Weidenfeller, schlägt alternative Ansätze vor und setzt auf GEMA-freie Lieder, um die finanziellen Belastungen zu senken.
Die GEMA-Gebühren gelten für öffentliche Veranstaltungen – und dazu zählen auch Weihnachtsmärkte. Ein Vorteil liegt jedoch in der Durchführung von Gottesdiensten in Kirchen, wo die Gebühren deutlich günstiger sind. Hier können die Veranstalter mit Kosten von unter 100 Euro rechnen, während im Freien mehrere Tausend Euro für GEMA-pflichtige Lieder wie „Last Christmas“ anfallen. Dies sorgt für Frustration unter den Organisatoren, die mehr Live-Musik anbieten möchten.
Eine Welle der Hoffnung
Die Koblenz Touristik plant zwar, Livemusik unterzubringen, doch die auf GEMA-freie Musik fokussierte Strategie wird vor allem für Liebhaber traditioneller Weihnachtslieder wie „Die Weihnachtsbäckerei“ eine Herausforderung darstellen. Der Leiter der Koblenz Touristik verhandelt mit der GEMA über eine „Angemessenheitsregelung“, die eine signifikante Reduzierung der Kosten auf etwa 1.000 Euro pro Tag ermöglichen könnte – das wäre ein willkommener Lichtblick für alle Beteiligten.
Die Diskussionen über die Zukunft der Musik auf Weihnachtsmärkten werden also weitergehen. Ob die Gegebenheiten bis zum Beginn der Adventszeit deutlich verbessert werden können, bleibt abzuwarten. Doch fest steht: Die Liebe zur Musik und die Tradition der Chorauftritte dürfen nicht in Vergessenheit geraten, auch wenn man dafür um neue Lösungen ringen muss.
Während viele Städte mit ähnlichen Hürden zu kämpfen haben, bleibt die Hoffnung, dass der Koblenzer Weihnachtsmarkt 2025 durch kreative Ansätze und neue Tarifregeln einen Ausgang finden wird, der den festlichen Geist wiederbelebt. Zumindest ist der Wille zur Veränderung in der Luft.
Für mehr Informationen über die GEMA und deren Gebührenstruktur besuchen Sie die offizielle Website der GEMA. Neueste Entwicklungen zum Thema finden Sie auch bei Neue Musikzeitung und SWR Aktuell.





