Heute ist der 28.02.2026, und die Stadt Landau in der Pfalz bereitet sich auf ein ganz besonderes Ereignis vor: das Jubiläum „200 Jahre Stadtwald Landau“. Dieser beeindruckende Stadtwald, der seit zwei Jahrhunderten im Besitz der Stadt ist, erstreckt sich über rund 2.520 Hektar und liegt im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Mit seiner Größe ist er der viertgrößte kommunale Wald in Rheinland-Pfalz und stellt ein wichtiges Erholungsgebiet sowie eine Klimaoase dar, die sowohl ökologische als auch ökonomische Bedeutung hat.
Das Forstamt Haardt, die Stadtverwaltung Landau und die StadtLeben Landau in der Pfalz GmbH haben ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm für das Jubiläum auf die Beine gestellt. Bürgermeister Lukas Hartmann hebt hervor, wie wichtig diese Feierlichkeiten sind, um die Bevölkerung zur Nutzung des Stadtwaldes zu ermutigen. Der Auftakt findet am 13. März im Queichpark statt, wo unter dem Motto „Wir holen den Wald in die Stadt“ eine Pflanzaktion geplant ist. Am 21. März folgt ein Aktionstag zur Waldwirtschaft auf dem Taubensuhl, der sowohl historische als auch moderne Forsttechniken präsentiert.
Die Herausforderungen des Klimawandels
Doch während die Vorbereitungen für das Jubiläum in vollem Gange sind, gibt es auch ernsthafte Herausforderungen, die der Stadtwald bewältigen muss. Forstamtsleiterin Ulrike Abel informierte über den Zustand des Waldes, der zunehmend unter den Auswirkungen des Klimawandels leidet. Trockenstress und Schädlingsbefall setzen dem Stadtwald zu, was seine Vitalität beeinträchtigt und ihn anfälliger für Schädlinge macht. Besonders die Eichen und Buchen zeigen spürbare Schäden. Der Fichtenborkenkäfer hat den Landauer Stadtwald im Vergleich zu anderen Regionen jedoch relativ wenig betroffen, was auf den geringen Fichtenanteil von nur 9 Prozent zurückzuführen ist.
Revierleiter Christian Schnepf beschreibt den Zustand des Stadtwaldes als insgesamt solide, jedoch ist die Notwendigkeit einer intensiven Durchmischung der Baumarten unabdingbar, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Eichen, Buchen, Douglasien, Edel-Kastanien und Tannen gelten als klimastabil und sind daher wichtige Baumarten für die zukünftige Waldbewirtschaftung. Langfristig wird eine Reduzierung des Fichtenanteils erwartet, um den Wald resilienter zu machen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Stadt Landau rechnet in den kommenden Jahren mit Einnahmeausfällen beim Holzverkauf, da der Nadelholzmarkt durch die großen Mengen an Fichtenholz Preisrückgänge erlebt hat. Oberbürgermeister Thomas Hirsch äußert große Sorgen über den Zustand des Stadtwaldes und appelliert an Länder und Bund, die Kommunen bei der Walderhaltung zu unterstützen. Der Umbau des Stadtwaldes in klimastabile Bestände ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die sowohl ökologisches als auch ökonomisches Geschick erfordert.
Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, unterstützt das Bundesamt für Naturschutz (BfN Vorhaben zur Entwicklung von Strategien für den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Wäldern. Wissenschaftlich belastbare Kenntnisse über den Klimawandel und dessen Auswirkungen auf die Waldbiodiversität sind hierfür unerlässlich. Vielfältige und resiliente Wälder sind notwendig, um mit den Veränderungen des Klimawandels zurechtzukommen und ihre grundlegenden Funktionen sowie ökologischen Leistungen zu erhalten.
Für die Bürgerinnen und Bürger ist der Stadtwald nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein Symbol für Gemeinschaft und Zukunft. Die Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläums bieten eine großartige Gelegenheit, sich aktiv mit dem Wald auseinanderzusetzen und dessen Bedeutung für die Region zu würdigen. Informationen zu den Veranstaltungen sind auf der Website www.visitlandau.de/landau/stadtwald-taubensuhl verfügbar.



