Am heutigen Tag, dem 18. Februar 2026, wurde in Ludwigshafen, genauer gesagt im Stadtteil Edigheim, eine britische Brandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Diese 250 Pfund schwere Bombe wurde während Sondierungsarbeiten im Neubaugebiet „Im Zinkig“ entdeckt. Der Fund führte zu einem sofortigen Einsatz von Behörden, die die Bevölkerung über Warn-Apps wie KATWARN und NINA informierten. Ein Sicherheitsradius von etwa 300 Metern um den Fundort wurde eingerichtet, was zur Evakuierung von rund 200 Anwohnern führte.
Die betroffenen Gebäude liegen in den Straßen „Im Zinkig“ (Hausnummern 1-95 und 2-130), „Dankwartweg“ (Hausnummern 14-20) sowie „Ortwinstraße“ (Hausnummern 6-23). Während der Entschärfung, die um 17:40 Uhr erfolgreich durch die Feuerwehr Ludwigshafen durchgeführt wurde, wurde der Verkehr auf der nahegelegenen Zugstrecke temporär eingestellt. Eine Betreuungsstelle wurde in der Sporthalle des TV Edigheim eingerichtet, um den evakuierten Anwohnern Unterstützung zu bieten.
Die Entschärfung und ihre Herausforderungen
Der Einsatz wurde durch den Kampfmittelräumdienst des Landes Rheinland-Pfalz und weitere Hilfsorganisationen unterstützt. Jan Deubel, der stellvertretende Brand-Inspekteur, erklärte, dass der Großteil des Bereichs um die Bombe Feld und viele Einfamilien- und Doppelhäuser umfasst. Während der Entschärfung wurden Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen betreut und aus dem Sperrgebiet gebracht. Die erfolgreiche Entschärfung führte dazu, dass das Sperrgebiet wieder freigegeben und auch die Sperrung der Bahnlinie in diesem Bereich aufgehoben werden konnte.
Ein bleibendes Erbe des Zweiten Weltkriegs
Die Entdeckung dieser Brandbombe ist kein Einzelfall, denn im Boden Deutschlands sind noch schätzungsweise 100.000 bis 300.000 Tonnen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg verborgen. Jährlich müssen rund 5.000 Blindgänger geräumt werden, und bei Bauarbeiten oder durch Landwirte können diese gefährlichen Relikte zufällig gefunden werden. Bei einem Bombenfund muss umgehend die Polizei informiert werden, um die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen einzuleiten.
Die Identifizierung und Entschärfung von Blindgängern erfolgt in der Regel durch Kampfmittelräumdienste, die dabei sehr vorsichtig vorgehen müssen. Ältere Bomben sind oft unberechenbar, da der Sprengstoff über ein halbes Jahrhundert alt ist. In Deutschland kommt es im Schnitt ein- bis zweimal pro Jahr zu Selbstdetonationen von Blindgängern, was zu Verletzten und Toten führen kann. Wenn Zündmechanismen erfolgreich entfernt werden, wird der Sprengstoff manchmal vor Ort gesprengt oder in einem berstsicheren Ofen vernichtet, um die Gefahr zu minimieren.
Die Regelungen zur Kampfmittelbeseitigung variieren je nach Bundesland, und eine bundesweite Regelung gibt es nicht. Sollte es zu Schäden durch explodierte Blindgänger kommen, decken Gebäude- und Hausratsversicherungen in der Regel diese Schäden ab. Die Bevölkerung ist gut beraten, bei einem Bombenfund schnell zu reagieren und die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen zu beachten, um die eigene Sicherheit und die der Nachbarn zu gewährleisten.
Für weitere Informationen zu diesem Vorfall können Sie den vollständigen Bericht auf Metropoljournal und Tagesschau nachlesen.