Am 8. Februar 2026 haben die schwerverletzten Überlebenden des verheerenden Silvesterbrands in Crans Montana, der 41 Menschen das Leben kostete und 116 weitere schwer verletzte, einen langen Weg der Rehabilitation vor sich. Die ersten Schritte in dieser Richtung werden in der BG Klinik Ludwigshafen unternommen, wo Prof. Gabriel Hundeshagen berichtet, dass die erste Phase der operativen Therapie bereits abgeschlossen ist. Ein Patient hat seine Therapie in seinem Heimatland fortgesetzt und ist nicht mehr auf der Intensivstation, während eine Patientin in der Klinik, die schwerere Verletzungen erlitten hat, aber Fortschritte zeigt.

Die Heilung nach solch schweren Verbrennungen ist nicht nur körperlich herausfordernd, sondern auch ein langer Prozess, der Jahre in Anspruch nehmen kann. Verbranntes, nicht überlebensfähiges Gewebe wurde von den Betroffenen entfernt, und die Wunden wurden mit neuer, meist körpereigener Haut bedeckt. Der Fokus der Rehabilitation liegt auf der Pflege dieser neu gebildeten Haut und der körperlichen Kräftigung, da schwere Verbrennungen einen extremen Stoffwechsel verursachen, der zu einem Verlust an Muskelmasse führt.

Rehabilitation und Behandlung

Die Patienten sind aktiv in die Planung weiterer operativer Eingriffe zur Narbenkorrektur eingebunden. Die Entscheidungen über diese Eingriffe basieren nicht nur auf ärztlichen Einschätzungen, sondern auch auf den individuellen Belastungen der Patienten. Diese Herangehensweise ist besonders wichtig, da die Behandlungskapazitäten in der Schweiz nicht ausreichten und etwa die Hälfte der Verletzten im Ausland, auch in Deutschland, versorgt werden musste. Hierbei ist es entscheidend, dass in den ersten 24 Stunden nach dem Brand 10 bis 20 Liter Flüssigkeit, kreislaufunterstützende Medikamente und Blutprodukte benötigt werden.

Die ersten Krankenhausaufenthalte der Betroffenen dauern in der Regel zwischen drei und fünf Monaten, abhängig von der Schwere der Verbrennungen. Dabei ist eine Faustregel zu beachten: ein bis zwei Tage Klinikaufenthalt pro Prozent verbrannter Körperoberfläche. Diese Brandwunden belasten nicht nur das Immunsystem, sondern erhöhen auch das Risiko für Infektionen. Entlastungsschnitte sind notwendig, um den Druck durch Flüssigkeitsgabe zu reduzieren, während die Patienten in hermetisch abgeriegelten Einzelboxen behandelt werden, die hohen hygienischen Standards entsprechen.

Langfristige Folgen und psychische Belastungen

Die Rehabilitationsphase beginnt bereits auf der Intensivstation. Patienten kämpfen oft jahrelang mit den physischen und psychischen Folgen ihrer Verletzungen. Experten warnen vor langfristigen Beeinträchtigungen, die nicht nur die Betroffenen, sondern auch ihr soziales Umfeld betreffen. Die Lebensqualität von Brandverletzten ist häufig stark eingeschränkt, und die Notwendigkeit spezialisierter medizinischer Nachbehandlung sowie psychologischer Betreuung ist unbestreitbar.

Die Inzidenz thermischer Verletzungen in westlichen Industrieländern liegt bei etwa 5-10%, was jährlich rund 20.000 thermische Verletzungen in Deutschland bedeutet. Die Überlebensrate bei Brandverletzten beträgt dank moderner Behandlungsmethoden etwa 80%. Dennoch stellt diese Patientengruppe eine kleine, aber stark betroffene Gruppe unter den 17 Millionen Krankenhauspatienten in Deutschland dar. Die häufigste Begleitverletzung ist das Inhalationstrauma, das besonders bei jüngeren Patienten ohne diese Verletzung zu einer höheren Überlebensprognose führt.

In der Rehabilitation ist es unerlässlich, die Angehörigen in den Prozess einzubeziehen und die berufliche Wiedereingliederung bereits während der Rehabilitation zu planen. Multimodale Therapieansätze sind notwendig, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern, während psychologische Betreuung zur Bewältigung von Scham und Ängsten beiträgt. Auch die Schmerztherapie spielt eine zentrale Rolle, um eine Chronifizierung der Beschwerden zu vermeiden.

Die Rehabilitation von Brandverletzten ist ein komplexer Prozess, der spezialisierte Rehabilitationszentren und interdisziplinäre Zusammenarbeit erfordert. Für weitere Informationen und Unterstützung stehen die entsprechenden Kontaktstellen zur Verfügung, um die Betroffenen bestmöglich auf ihrem Weg der Genesung zu begleiten.