Die Krötenwanderung hat einen wichtigen Platz im ökologischen Kalender der Region Mainz-Bingen. In den kommenden Tagen wird die Kreisstraße 52 für rund zwei Monate gesperrt, um den wandernden Amphibien, die auf ihrem Weg zu den Fortpflanzungsstätten in den naturnahen Gewässern südlich der Straße sind, Schutz zu bieten. Diese Mitteilung stammt vom Landesbetrieb Mobilität (LBM). Die Straße verbindet Weiler mit der Pferdeklinik Equitales und wird gesperrt, sobald die Krötenwanderung beginnt, die bei Temperaturen über 6 Grad in Gang kommt. Der genaue Termin der Sperrung steht noch nicht fest, wird aber kurzfristig bekannt gegeben.

Nördlich der Straße ist der Lebensraum vieler Amphibien, die dort im Wald und in Wiesen Winterschlaf halten, während südlich das Naturschutzgebiet „Amalienhöhe“ liegt, in dem Teiche und Tümpel für die Fortpflanzung bereitstehen. Um den Verkehr umleiten zu können, wird eine Umleitung über Waldalgesheim eingerichtet. Radfahrer dürfen die Straße weiterhin befahren, sollten jedoch Vorsicht walten lassen. Die Zufahrt zur Pferdeklinik bleibt von der anderen Seite aus möglich, und auch die Tennisplätze sind von Weiler aus erreichbar. In der Region Rheinhessen-Nahe gibt es ähnliche Krötenwanderungen, beispielsweise bei Monzingen und Wöllstein, wo Tunnel unter Straßen gebaut wurden, um die Kröten sicher zu ihren Laichplätzen zu leiten. Weitere Informationen zur Krötenwanderung können auf der Webseite des SWR nachgelesen werden (Quelle).

Engagement für Amphibienschutz

In Deutschland engagieren sich Naturschutzgruppen seit vielen Jahren aktiv gegen den Amphibientod an Straßen. Diese Organisationen stellen Fangzäune auf, tragen Kröten über die Straße und legen Ersatzlaichgewässer an. Der „Krötenticker“, der seit 2002 das bundesweite Wandergeschehen dokumentiert, verzeichnet aktuell rund 400 teilnehmende Gruppen. Jeder, unabhängig von der Verbandszugehörigkeit, kann sich an diesen wichtigen Schutzmaßnahmen beteiligen, die auch auf der NABU-Homepage verfolgt werden können (Quelle).

Für die organisierte Hilfe sind jedoch einige Vorbereitungen notwendig. Die Betreuer sollten mit funktionierenden Taschenlampen, Erhebungsbögen, Smartphones oder Fotoapparaten sowie Werkzeug für Zaunreparaturen ausgestattet sein. Bei den Sammelaktionen müssen die Amphibienarten bestimmt und gezählt werden, und die Daten finden ihren Platz in der Amphibien-Datenbank des BUND Naturschutz. Hierbei ist es wichtig, dass die Fangeimer regelmäßig kontrolliert werden, um das Vertrocknen oder Erfrierungen der Tiere zu vermeiden. Eine Handvoll Laub in den Eimern kann den Amphibien helfen, sich zu verstecken und sicher zu fühlen.

Herausforderungen und Lösungen

Die Herausforderungen des Amphibienschutzes sind vielfältig. Provisorische Zäune, die nur im Frühjahr errichtet werden, können nicht alle Wandermuster der Amphibien erfassen. Daher ist es wichtig, langfristige Lösungen zu entwickeln, die auch die Bedürfnisse anderer Tierarten berücksichtigen. Ganzjährige Amphibienzäune könnten zwar eine intensivere Betreuung erfordern, bieten jedoch einen umfassenderen Schutz für die wandernden Tiere (Quelle).

Die Krötenwanderung ist mehr als nur ein saisonales Ereignis; sie ist ein wichtiger Teil des Naturschutzes und der biologischen Vielfalt in unserer Region. Durch das Engagement der Naturschutzgruppen wird sichergestellt, dass die Kröten sicher zu ihren Laichplätzen gelangen und damit die Fortpflanzung dieser faszinierenden Amphibien gesichert bleibt.