Die Stadt Mainz bleibt weiterhin ein Vorreiter in der Förderung des öffentlichen Nahverkehrs. Ab 2026 setzt sie den beliebten Null-Euro-Samstag fort, der es den Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, an jedem ersten Samstag im Monat kostenfrei mit Bussen und Straßenbahnen zu fahren. Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) verkündete die Fortsetzung dieses Angebots, das bereits für einen Anstieg der Besucherzahlen in der Innenstadt gesorgt hat. Laut Florian Wiesemann, Geschäftsführer der Mainzer Verkehrsgesellschaft, kommen an den freien Samstagen 20 Prozent mehr Fahrgäste in die Stadt.

Die Maßnahme, die zunächst bis Ende 2025 geplant war, wurde aufgrund des überwältigenden Erfolgs bis 2026 verlängert. Insbesondere die ganztägige Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, die seit Juli letzten Jahres möglich ist, hat viele Menschen dazu animiert, öfter in die Innenstadt zu fahren. Auch die Außengastronomie profitiert von den neuen Regelungen: Sie bleibt an Freitagen und Samstagen bis Mitternacht geöffnet, was eine Veränderung zu den bisherigen Öffnungszeiten darstellt und im Juli von Oberbürgermeister Haase unterzeichnet wurde.

Erweiterung des Angebots

Ein weiterer positiver Aspekt ist die geplante Ausweitung des Null-Euro-Samstags auf die nahe Gemeinde Budenheim ab Dezember 2024. Dies wird durch eine Kooperation mit der Gemeinde Budenheim ermöglicht, die bereit ist, die Finanzierung zu übernehmen. Mainzer Mobilität kann die Freifahrten nur für das eigene Verkehrsgebiet abstimmen, weshalb eine Mitfinanzierung der angrenzenden Gemeinden notwendig ist. Mainz-Amöneburg und andere Stadtteile von Wiesbaden sind hingegen nicht Teil des Projekts, was vor allem mit der Zugehörigkeit dieser Stadtteile zu einer anderen Verwaltung zusammenhängt.

Im Kontext des öffentlichen Nahverkehrs ist Mainz jedoch nicht die einzige Stadt, die innovative Maßnahmen ergreift. Ein Blick über den Rhein nach Monheim am Rhein zeigt, dass auch dort ein kostenloser ÖPNV seit 2020 angeboten wird. Laut einer Studie der RWTH Aachen hat sich die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs dort verdoppelt, während der Anteil der Autofahrten deutlich gesenkt wurde. In Monheim könnte sich somit ein Trend abzeichnen, der auch andere Städte in Deutschland beeinflusst.

Fazit: Ein Schritt in die richtige Richtung

Die entwickelten Konzepte in Mainz und Monheim zeigen, dass die Städte ein gutes Händchen haben, um den Individualverkehr zu verringern und die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs zu steigern. Verschiedene Fördermaßnahmen und finanzielle Zusagen sind dabei entscheidend, um langfristig die Ziele der Verkehrswende zu erreichen. Das Beispiel Mainz gibt Grund zur Hoffnung, dass durch solche Initiativen nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch die Lebensqualität in den Städten verbessert werden kann. Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass mehr Städte folgen könnten, wenn die finanziellen Rahmenbedingungen stimmen. Schließlich wurde auch festgestellt, dass der Verkehrssektor in Deutschland im Jahr 2023 für 22 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich war – ein Umstand, der nicht länger ignoriert werden darf, wie eine Analyse der taz offenbart.