Wie eine frische Brise kündigt sich ab Sonntag, dem 5. November, das große Abenteuer von Tizian Kuhlmann an. Der 26-jährige Mainz-Laubenheimer hat sich auf die Spitze seiner Reisevorbereitungen begeben, um den afrikanischen Kontinent mit dem Fahrrad zu umrunden. Mit einer beeindruckenden Strecke von 40.000 bis 50.000 Kilometern durch über 30 Länder stellt Kuhlmann sich nicht nur sportlichen, sondern auch kulturellen Herausforderungen.

Sein Plan ist es, in den kommenden zwei Jahren durch das faszinierende Afrika zu radeln. Die Idee zu dieser Reise reifte Anfang des Jahres, als er über eigene Lebenserfahrungen nachdachte. „Radfahren ist nicht mein Hobby“, so Kuhlmann, der dennoch einen Fahrradwerkstattkurs absolviert hat, um kleinere Reparaturen selbst durchführen zu können. Sein Gepäck besteht aus einem Zelt, einem Schlafsack, Sportkleidung und der notwendigen Technikausrüstung, an die auch Malariaprophylaxe gedacht ist.

Tradition und Kultur hautnah erleben

Kuhlmann wählt das Fahrrad als Transportmittel, um so näher an die Menschen und Kulturen zu kommen. Auf seiner Route werden er und sein Fahrrad durch diverse Landschaften reisen — von der Sahara über die Serengeti bis nach Ruanda, Äthiopien, Kamerun, Senegal und Kenia. Eine spannende Mischung aus verschiedenen Kulturen und gelebter Tradition wird ihn begleiten, während er unterwegs womöglich Esel, Pferdewagen und Kamele trifft. In Äthiopien etwa könnte er die berühmten Bale-Berge besuchen, die für ihre wunderschöne Natur und die dort lebenden Tiere bekannt sind.

Trotz der Vorfreude ist Kuhlmann sich der Risiken bewusst. Länder wie Sudan und Libyen stehen auf seiner Route, weshalb er die Sicherheitslage stets im Auge behalten will. Dafür ist er bereit, Umwege in Kauf zu nehmen, ohne feste Zeitvorgaben im Hinterkopf, jedoch mit dem Bewusstsein, dass schwerwiegende Erkrankungen oder familiäre Notfälle möglicherweise die einzige Gründe für eine Unterbrechung seiner Reise darstellen könnten. „Da liegt was an“, sagt er, angesichts der möglichen Gefahren, vor allem durch Menschen. Doch die Vorfreude überwältigt ihn: „Ich freue mich besonders auf die Begegnungen mit Menschen.“

Ein einzigartiges Abenteuer auf zwei Rädern

Um die Sprache der verschiedenen Völker zu verstehen und kommunizieren zu können, hat Kuhlmann ein Wörterbuch mit Zeichensprache und Symbolen dabei. Finanzieren will er seine Reise selbst, in der Hoffnung auf günstige Lebenshaltungskosten und möglicherweise Unterstützung von Sponsoren. Auf seinen Social-Media-Kanälen, auf YouTube oder in seinem Blog wird er interessierte Zuschauer über seine Erlebnisse und Fortschritte informieren.

In Afrika, dem zweitgrößten und zweitbevölkerungsreichsten Kontinent, leben fast 1,4 Milliarden Menschen – und Kuhlmann wird der Vielfalt der Kulturen und Sprachen begegnen, die über 1.250 bis 3.000 einheimische Dialekte umfasst. Auch klimatechnisch steht Afrika auf einem zentralen Platz: Es wird als der am stärksten vom Klimawandel betroffene Kontinent angesehen, was Kuhlmanns Abenteuer umso bedeutsamer macht. Seine Radreise wird ihn durch unterschiedliche ökologischen Zonen führen und könnte auf unvergessliche Erlebnisse zwischen üppigen Wäldern, heißen Quellen und malerischen Dörfern stoßen.

Sein Ziel, Anfang Dezember in Afrika anzukommen, ist bereits zum Greifen nah. Wenn alles gut geht, wird die Reise mit einem Fuß in der Weite der afrikanischen Kulturen enden — und ein neuer, aufregender Abschnitt seines Lebens wird beginnen.