Die politische Stimmung in Rheinland-Pfalz wird immer hitziger, während sich die Parteien auf den bevorstehenden Landtagswahlkampf vorbereiten. Ein Blick auf den politischen Aschermittwoch der Parteien zeigt, wie intensiv um Wählerstimmen gekämpft wird. Dabei spielen insbesondere die Themen Bildung, Wirtschaft und Sicherheit eine zentrale Rolle.

Die rheinland-pfälzische CDU hielt ihren politischen Aschermittwoch in Trier ab, wo Bundeskanzler Friedrich Merz den Parteianhänger mit einer motivierenden Rede auf die bevorstehenden Herausforderungen einschwor. Merz erinnerte an den Machtverlust der CDU in Rheinland-Pfalz 1988 und die darauf folgende Niederlage im Jahr 1991. Doch er zeigte sich optimistisch und betonte, dass die CDU heute andere Chancen habe. Mit seinem Appell an die Mitglieder wird der Optimismus unterstrichen, dass die Wahlen am 22. März 2026 einen Wendepunkt für die Partei darstellen könnten, besonders da in den aktuellen Umfragen der CDU-Kandidat Gordon Schnieder vorn liegt, während die SPD hinterherhinkt. Die SPD hat seit 35 Jahren die Regierungsverantwortung inne und setzt auf ein Fortschreiten in ihrer Ampelkoalition.

Aschermittwoch der SPD und Grünen

Die SPD hielt ihren politischen Aschermittwoch in Mainz ab, jedoch ohne Unterstützung aus der Bundespolitik. Ministerpräsident Alexander Schweitzer sprach über Sicherheit und den Zusammenhalt in Rheinland-Pfalz. Im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen betonte er die Gleichwertigkeit von Stadt und Land, auch wenn er in seiner Rede seinen Rivalen Gordon Schnieder nicht namentlich erwähnte. Die Themen, die Schweitzer ansprach, umfassen unter anderem die Stärkung der Wirtschaft und faire Löhne im Chemiesektor – Ansätze, die auch die CDU vehement aufgreift.

Auf Seiten der Grünen forderte Katrin Eder, die Spitzenkandidatin, ein Bündnis für ein AfD-Verbot nach den Wahlen. Unterstützt wurde sie dabei von Claudia Roth, die sich ebenfalls gegen autoritäre Politik aussprach. Der faire Umgang mit der AfD könnte während des Wahlkampfes ein brisantes Thema werden, insbesondere angesichts der aktuellen Umfragen, die der AfD eine deutlich wachsende Unterstützung zusichern.

Die AfD und ihre Kritiker

Die AfD hielt ihren politischen Aschermittwoch in Dierdorf ab, wo der Landesvorsitzende Jan Bollinger Ministerpräsident Schweitzer als „Experten im Versagen“ bezeichnete und einen „politischen Dauerwahnsinn“ prangerte. Bollinger und die AfD-Vertreter stellen klar, dass sie auch bei der Themenfindung auf Abschiebungen und die kritische Betrachtung der Zuwanderung setzen. Ihr Ziel ist es, bei der Wahl mindestens 20 Prozent der Stimmen zu erreichen.

Mit den weiteren Akteuren im Wahlkampf, wie der FDP, die ihren Aschermittwoch ebenfalls in Mainz beging, sowie den Freien Wählern, wird deutlich, dass alle Parteien sich besonders um wirtschaftliche Themen bemühen. Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt, die prominenteste Rednerin der FDP, forderte eine Rückkehr zu inhaltlichen Diskussionen und beleuchtete den aktuellen Stil der politischen Auseinandersetzung.

Insgesamt lässt sich festhalten: Die rheinland-pfälzische Wahl wird nicht nur über lokale Themen entschieden, sondern auch durch die allgemeine politische Haltung und die Stimmungen in der Bevölkerung. Dieser „politische Aschermittwoch“ ist für die CDU, SPD, Grünen, AfD und die FDP der Beginn eines intensiven Wahlkampfes, der alle Parteien vor enorme Herausforderungen stellt. Wenn am 22. März die Wahlurnen geöffnet werden, könnten die Weichen für die Zukunft des Bundeslandes neu gestellt werden. SWR und ZDF berichten von den intensiven Vorbereitungen der Parteien und den Herausforderungen, die noch bevorstehen.