In Köln schlägt das Herz der Gaming-Industrie hoch, insbesondere in dieser Woche, wo die Aufregung rund um das neue Aufbaustrategiespiel „Anno 117: Pax Romana“ von Ubisoft Mainz wächst. Das Spiel, das sowohl strategisches Geschick als auch kreatives Denken erfordert, wird nicht nur von Spielern, sondern auch von der Politik wahrgenommen, denn die Branche ist einem stetigen Wandel unterzogen.
Das von Ubisoft Mainz entwickelte Spiel profitiert von mehr als 5,7 Millionen Euro an staatlicher Förderung. Diese Unterstützung ist besonders wichtig, da die deutsche Videospielbranche in den letzten Jahren sowohl an Popularität als auch an Umsatz zugenommen hat. Im Jahr 2023 wurden durch fast 1.200 Unternehmen in Deutschland über 3,9 Milliarden Euro erwirtschaftet, was für eine immense wirtschaftliche Bedeutung spricht, die oft unterschätzt wird. Aber trotz dieses Wachstums werden die meisten Spiele in Deutschland importiert und stammen aus dem Ausland, was Benedikt Grindel, Zone Managing Director von Ubisoft, als eine Herausforderung sieht.
Ubisoft und die Zukunft der Spieleentwicklung
Ubisoft Mainz feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen und hat sich als einer der wichtigsten Player in der deutschen Gaming-Szene etabliert. Benedikt Grindel betont, dass die internen Entwicklungskapazitäten des Unternehmens einzigartig im deutschen Markt sind. Es sind hunderte Mitarbeitende in drei deutschen Studios aktiv, und Grindel hebt das Potenzial der Branche hervor: „Deutschland muss sich anstrengen, um international konkurrenzfähig zu bleiben“.
In Anbetracht der jüngsten Kündigungswelle in der Branche, die auch Deutschland nicht verschont hat, ist der Auftrag zur Stabilität und Sicherung von Arbeitsplätzen wichtiger denn je. Thomas Pottkämper, Studio Manager von Ubisoft Mainz, hebt hervor, dass die Förderung von Games nicht nur entscheidend für das Wachstum der Branche ist, sondern auch den Erhalt wertvoller Standorte unterstützt.
Marktübersicht und Herausforderungen
Wie die Daten zeigen, arbeiten 2023 fast 13.000 Menschen in der deutschen Games-Industrie, wobei die Mehrheit der Beschäftigten in einem stark diversifizierten Markt tätig ist. Dennoch sind deutsche Studios insbesondere im Free2Play-Bereich gut positioniert, während die großen globalen Firmen meist bis zu 50 Millionen Euro erzielen. Deutschland rangiert zwar hoch als Absatzmarkt, jedoch bleiben Produktionskapazitäten im internationalen Vergleich eher schwach ausgeprägt, was an der hohen Anzahl importierter Spiele liegt.
Die Integrationsbemühungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz, das mittlerweile das Games-Referat in ein größeres Referat für Kultur- und Kreativwirtschaft integriert hat, stoßen auf gemischte Reaktionen. Der Verband der Spiele-Industrie hat diese Maßnahme als „verheerendes Signal“ kritisiert, besonders im Vergleich zu anderen kulturellen Sektoren, die eigene Referate unterhalten.
Insgesamt bleibt festzustellen, dass die deutsche Games-Industrie ein enormes Potenzial für internationale Erfolge birgt – so sieht es auch Benedikt Grindel. Mit Unterstützung der Politik und einem klaren Fokus auf Entwicklung und Innovation darf die Branche auf eine florierende Zukunft hoffen.
Für alle Interessierten an den neuesten Entwicklungen und Herausforderungen innerhalb der Gaming-Welt ist es spannend zu beobachten, wie sich das Szenario in Deutschland weiter entfalten wird. Autor:innen und Entwickler:innen sind angehalten, den Anschluss nicht zu verlieren und innovative Ideen zu entwickeln, um mit der Konkurrenz Schritt zu halten.
Sehen wir also optimistisch in die Zukunft der deutschen Videospielindustrie, die trotz aller Herausforderungen – so scheint’s – bereit ist, neue Wege zu gehen und sich weiterzuentwickeln.