In Mainz stehen die Wahlen vor der Tür, und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Für die bevorstehende Ortsvorsteher-Wahl in der Neustadt wurden bereits 4.446 von 16.435 Wahlberechtigten Wahlscheine ausgestellt. Das bedeutet, dass der Großteil der Bürgerinnen und Bürger noch keine Briefwahlunterlagen beantragt hat. Die Sachbearbeiterin Lehn schätzt die Rückläufer-Quote als gering ein, was auf eine mögliche Unterrepräsentation beim Wählen hindeutet. Wahlscheine können bis Freitag um 15 Uhr im Briefwahlbüro in der Großen Bleiche abgeholt oder ausgefüllt werden.

Ein wichtiger Hinweis für alle Wähler: Die orangefarbene Wahlpost muss am Wahltag bis 14 Uhr im Briefkasten der Ortsverwaltung eingeworfen werden. Eine Abgabe der Briefwahlunterlagen im Wahllokal ist nicht erlaubt; das würde die Stimme ungültig machen. Für die rosa Landtagswahlbriefe gelten die gleichen Fristen: Abgabe bis Freitag, 20. März, 15 Uhr im Briefwahlbüro und am Wahltag bis 14 Uhr im Briefkasten einer Ortsverwaltung. Am Tag vor dem Wahlsonntag gibt es zudem die Möglichkeit, zwischen 8 und 12 Uhr im Briefwahlbüro Ersatzunterlagen für noch nicht eingetroffene Briefwahlunterlagen zu erhalten. Ein Tipp von Haase: „Vielleicht nicht auf den letzten Drücker wählen.“

Wahlbeteiligung auf dem Vormarsch

Die Wahlbeteiligung ist ein entscheidendes Thema für die Demokratie, und die Trends zeigen, dass die Wählerzahlen in den letzten Jahren zugenommen haben. Bei der Bundestagswahl 2025 lag die Wahlbeteiligung bei beeindruckenden 82,5 Prozent – der höchste Wert seit der Wiedervereinigung Deutschlands. Im Vergleich dazu lag die niedrigste Wahlbeteiligung im Jahr 2009 bei nur 70,8 Prozent. Die Zahlen zeigen, dass sich die Wähler immer mehr engagieren, und das ist ein positives Zeichen für die Demokratie.

Besonders auffällig ist der Anstieg der Briefwahlnutzung: Seit 1957 ist die Briefwahl möglich, und seit 2009 kann sie ohne Angabe eines wichtigen Grundes genutzt werden. Der Briefwahlanteil stieg von 4,9 Prozent im Jahr 1957 auf 47,3 Prozent im Jahr 2021, was unter anderem durch die Covid-19-Pandemie bedingt war. Für die Bundestagswahl 2025 betrug der Anteil immer noch 37,0 Prozent, wobei 18.497.796 Wähler ihre Stimmen vor dem Wahltermin abgaben.

Demografische Veränderungen und ihre Auswirkungen

Ein Blick auf die demografischen Veränderungen zeigt, dass der Anteil älterer Menschen unter den Wahlberechtigten zunimmt. Bei der Bundestagswahl 2025 waren rund 60,5 Millionen Menschen wahlberechtigt, wobei jede vierte wahlberechtigte Person über 70 Jahre alt war. Diese Verschiebung in der Altersverteilung wird sich voraussichtlich fortsetzen, da die Wahlbeteiligung tendenziell mit dem Alter steigt. So ist die Wahlbeteiligung in der Altersgruppe der über 70-Jährigen besonders hoch.

Im Gegensatz dazu sind jüngere Wahlberechtigte, insbesondere die 21- bis 24-Jährigen, oft weniger aktiv an Wahlen beteiligt. Bei der Bundestagswahl 2025 lag die Wahlbeteiligung dieser Altersgruppe bei nur 78,3 Prozent, was nur 4,2 Prozentpunkte unter dem Gesamtwert liegt. Diese Entwicklung zeigt, dass es für die Wahlkampfstrategen wichtig ist, jüngere Wähler stärker anzusprechen und zu mobilisieren.

Insgesamt betrachtet, zeigt die aktuelle Situation in Mainz und die bundesweiten Trends zur Wahlbeteiligung, dass die Bürgerinnen und Bürger zunehmend ihre Stimme erheben. Es bleibt abzuwarten, ob die bevorstehenden Wahlen in Mainz diesen positiven Trend fortsetzen können, und alle Wahlberechtigten sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben und aktiv am demokratischen Prozess teilzuhaben.