Neustadt trauert: Saalbau brennt nieder – Erinnerungen werden wach!
Neustadt an der Weinstraße trauert um den Saalbau: Erinnerungen an den verheerenden Brand vom 25. November 1980 und den Wiederaufbau.

Neustadt trauert: Saalbau brennt nieder – Erinnerungen werden wach!
Am 25. November 1980 ereignete sich ein tragisches Ereignis in Neustadt an der Weinstraße: Ein Großbrand zerstörte den historischen Saalbau, der als „Gute Stubb“ bekannt war und für viele Neustadter eine zentrale Rolle im Leben spielte. Diese Brandkatastrophe traf die Stadt ins Herz und hinterließ viele emotional aufgewühlte Bürger, die mit diesem Ort bedeutende Erinnerungen verbanden. Der Vorfall wurde in einer ersten Ausgabe der RHEINPFALZ am selben Tag ausführlich dokumentiert, und die Auswirkungen des Feuers sind bis heute spürbar.
Die Architektur des Saalbaus, entworfen von Albert Geul, war ein Musterbeispiel der Neorenaissance und wurde zwischen 1871 und 1873 erbaut. Er diente als multifunktionales Veranstaltungs- und Kongresszentrum und hatte eine beeindruckende Kapazität von bis zu 1440 Sitzplätzen bei Aufführungen. Die Vielfältigkeit seiner Nutzung reichte von Theateraufführungen bis hin zu wichtigen Veranstaltungen wie der Wahl der Deutschen Weinkönigin, was den Saalbau umso bedeutender machte.
Ein schwarzer Tag für Neustadt
Der Brand, der in der Nacht zum 25. November ausbrach, setzte dem Saalbau schwer zu und machte ihn unbenutzbar. Das Gebäude brannte vollständig nieder, und Dr. Wolfgang Brix, der damalige Oberbürgermeister, war nach dem Vorfall sichtlich deprimiert und ratlos. Für die Stadt war das ein harter Schlag, zumal viele Weinfeste und kulturelle Veranstaltungen dadurch nicht stattfinden konnten.
Besonders betroffen war die Große Pfalzweinprobe, die seit ihrer Einführung 1954 eine institutionelle Veranstaltung im Saalbau war. Dr. Ludwig Jakob, der Ordenskellermeister der Weinbruderschaft, erinnerte sich an die dramatischen Stunden, in denen er zusammen mit anderen Weinbrüdern Weine aus dem Keller retten musste, während die Feuerwehr gleichzeitig gegen das Feuer kämpfte. „Das war ein Wettlauf gegen die Zeit“, so Jakob in einem Rückblick auf die Geschehnisse dieser schicksalhaften Nacht.
Wiederaufbau und Rückkehr zur Tradition
Der Wiederaufbau des Saalbaus begann 1982 und konnte 1984 erfolgreich abgeschlossen werden. Die Einweihung fand im feierlichen Rahmen mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl und Ministerpräsident Bernhard Vogel statt, die der Stadt ein Stück ihrer Tradition zurückbrachten. In der Zeit ohne den Saalbau fanden die Großen Pfalzweinproben 1981 bis 1983 in der Stella-Halle statt, was natürlich nicht dasselbe Flair wie im ursprünglichen Saalbau bieten konnte.
Die räumliche Staffelung des neuen Saalbaus bleibt beeindruckend: Neben einem großen Festsaal mit 500 m² und zusätzlichen Sälen für kleinere Veranstaltungen, wird die multifunktionale Nutzung des Areals auch in Zukunft fortgeführt. Mit der optimierten Ausstattung spannt der Saalbau nun einen Bogen von der Geschichte bis zur Gegenwart und bleibt ein bedeutender Bestandteil des kulturellen Lebens in Neustadt an der Weinstraße.
So ist der Saalbau nicht nur ein Zeugnis der Architektur, sondern auch ein Symbol für die Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft, die aus der Asche etwas Neues und Wertvolles entstehen ließ. Die Bürger Neustadts können stolz auf ihr neu gestaltetes Veranstaltungszentrum blicken, das weiterhin viele besondere Momente ermöglichen wird.
Die ganze Geschichte über den Großbrand und den anschließenden Wiederaufbau ist leicht nachzulesen. Für eine detaillierte Sicht auf die Ereignisse und deren Nachwirkungen empfehlen wir die Artikel auf Rheinpfalz und Pfalz Express. Auch eine umfassende Zusammenstellung der Fakten findet sich auf Wikipedia.