Hier in Köln tut sich so einiges im Bereich der Stadtplanung! Mit dem fortschreitenden Klimawandel und den damit verbundenen Herausforderungen wie Starkregen und Hitzewellen setzen viele Städte in Deutschland fortschrittliche Konzepte um, um ihre Infrastruktur anzupassen. Ein besonders spannendes Konzept ist das der Schwammstadt, das immer mehr Anhänger findet. Wie das Handwerksblatt berichtet, setzen neben Köln auch große Städte wie Berlin, Hamburg und Leipzig erfolgreich auf solche Lösungen.

Doch was genau ist eine Schwammstadt? Im Wesentlichen beschreibt dieses Konzept eine urbane Planung, bei der Regenwasser nicht in die Kanalisation geleitet, sondern vor Ort gespeichert, versickert oder verdunstet wird. Ziel ist es, Starkregenereignisse effizient zu managen, Überschwemmungen zu vermeiden und in trockenen Zeiten Wasser zur Verfügung zu stellen. Dafür setzen Kommunen auf kreative Maßnahmen zur Umsetzung, wie die Speicherung von Regenwasser in Sickergruben und Regengärten oder die Begrünung von Dächern. In Düsseldorf beispielsweise wird seit 2016 die Begrünung privater Flächen durch das Programm „DAFIB“ gefördert, während Köln im Rahmen von „GRÜN hoch 3“ die Kosten für den Rückbau von Schottergärten bis zu 50% übernimmt!

Fachkräfte und neue Herausforderungen

Ein weiterer Aspekt, den das Umweltbundesamt hervorhebt, ist der steigende Fachkräftebedarf in den Bau- und Ausbauberufen, die für die Umsetzung solcher Klimaanpassungsmaßnahmen unabdingbar sind. Mit dem kürzlich verabschiedeten Bundes-Klima­an­passungsgesetz (KAnG) wurden verbindliche Regelungen zur Klimaanpassung festgelegt, die die Rahmenbedingungen für diese Maßnahmen verbessern sollen. Das Beispiel Leipzig zeigt, wie wichtig es ist, neue Stadtquartiere mit solchen Konzepten zu planen. Dort wird das Projekt „Leipziger BlauGrün“ gefördert, das 2023 fertiggestellt werden soll.

Die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) schafft einen politischen Rahmen für alle Beteiligten und ermöglicht eine sektorenübergreifende Vorgehensweise, die durch regelmäßige Fortschrittsberichte aktualisiert wird. Ein Monitoringbericht aus dem Jahr 2023 zeigt bereits erzielte Fortschritte und zukünftige Herausforderungen auf. In diesem Kontext ist klar, dass innovative Lösungen gefordert sind, um den Anforderungen durch den Klimawandel gerecht zu werden.

Eine Frage der Ressourcennutzung

Das Schwammstadt-Konzept ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine Frage der Ressourcennutzung. Herkömmliche Entwässerungssysteme gehören der Vergangenheit an; stattdessen müssen wir Wasser als wertvolle Ressource betrachten, die in der Stadt zirkuliert. Materialien wie durchlässige Pflastersteine und offenporige Betone spielen eine zentrale Rolle, um die Speicherung und Abgabe von Wasser zu ermöglichen. So wird Wasser nicht nur abgeleitet, sondern aktiv in den urbanen Raum integriert.

Dabei sind rechtliche Rahmenbedingungen, etwa das Wasserhaushaltsgesetz, entscheidend für die Planung. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure muss frühzeitig in den Prozess integriert werden, damit potenzielle Hürden wie Bürokratie und Zuständigkeitsfragen nicht zum Stolperstein werden. Erfolgreiche Projekte in Städten wie Hamburg und Wien zeigen, dass Schwammstadtprinzipien umsetzbar sind und viele Vorteile wie bessere Luftqualität und resiliente Infrastrukturen mit sich bringen können.

Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Konzepte in Köln und darüber hinaus entwickeln. Die Bürgerinnen und Bürger können sich auf viele Verbesserungen freuen, wenn es darum geht, die Stadt klimaresilienter zu gestalten. Die Zeit ist reif für einen Wandel – und mit einem guten Händchen dürften die Projekte der Schwammstadt auch hier ein Erfolg werden!