Am 25. November wird weltweit der Gewalt an Frauen gedacht. Doch ein ebenso drängendes Thema ist die Gewalt, die sich im digitalen Raum abspielt. In den letzten Jahren hat digitale Gewalt gegen Frauen, wie in einem Bericht der Rhein-Zeitung hervorgehoben wird, stark zugenommen. Anlässe dafür sind vielfältig: Überwachung, Erpressung mit gefälschten Fotos oder das Versenden beleidigender Nachrichten. Besonders steht die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Neuwied, Luisa, in der Pflicht, über diese Problematik aufzuklären. Sie warnt konkret vor den Risiken, die beim Teilen des Standorts mit Freunden oder Partnern entstehen können. So bekam Luisa einmal eine SMS von ihrem Ex-Partner, in der er von ihrem Filmabend wusste, obwohl sie niemandem darüber erzählt hatte. Ein alarmierendes Beispiel für die Gefahren, die genau in diesen digitalen Handlungen stecken.
Was umfasst digitale Gewalt genau? Laut der Website frauen-gegen-gewalt.de gehören dazu nicht nur Beleidigungen und Bloßstellungen, sondern auch Isolation, Beschimpfungen und sogar Erpressungen. Das Ziel dieser Angriffe ist häufig die gezielte Herabsetzung und soziale Isolation von Frauen. Da die Täter oft anonym agieren, wird es ihnen häufig leichtgemacht, diese Taten zu verüben. Digitale Gewalt geschieht nicht nur in einer anonymen Online-Welt, sondern betrifft auch den unmittelbaren sozialen Nahraum. Besonders betroffen sind Frauen in (Ex-)Partnerschaften, bei Stalking oder nach einer Trennung. Diese gewalttätigen Übergriffe sind oft direkte Fortsetzungen oder Verstärkungen von bereits bestehenden gewaltsamen Strukturen in der realen Welt.
Wachsende Bedrohung für Frauen
Die alarmierenden Statistiken sollten jede und jeden aufmerken lassen. Laut der Tagesschau
Kampagnen wie „Orange the World“ setzen sich seit 1991 für die Aufklärung, die Stärkung der Rechte von Frauen und gegen Gewalt gegen Frauen ein. Vom 25. November bis 10. Dezember wird auf diese Themen besonders hingewiesen. Neben Prominenten wie Ruth Moschner, die sich für ein neues Gewalthilfegesetz starkmacht und erfolgreich Anzeigen gegen ihre Belästiger eingereicht hat, bringen auch Organisationen wie HateAid Unterstützung für Betroffene. Diese bieten Beratung und helfen bei der Anzeige von Tätern.
Was ist zu tun?
Um dieser wachsenden Bedrohung wirksam zu begegnen, fordert UN Women Deutschland eine umfassende Schulung von Richtern und Entscheidungsträgern im Umgang mit digitaler und geschlechtsspezifischer Gewalt. Die Diskussion um ein Gesetz, das ausreichend Schutz vor digitaler Gewalt gewährt, wird immer lauter. Ein offener Brief von Ruth Moschner an den Bundesjustizminister hat eindringlich auf die Notwendigkeit von Reformen hingewiesen, um die Lage für betroffene Frauen zu verbessern. Zudem hat ihre Petition, die für die Strafverfolgung von Hasskommentaren und digitalen Drohungen eintritt, bereits über 180.000 Unterschriften gesammelt.
Zusammengefasst zeigt sich, dass digitale Gewalt gegen Frauen ein Thema ist, das nicht nur wichtig, sondern unbedingt auch öffentlich diskutiert werden muss. Jeder von uns trägt die Verantwortung, Aufklärung und Bewusstsein zu schaffen, damit diese form der Gewalt nicht länger im Schatten bleibt.