Schlechte Nachrichten aus Remagen: Das Krankenhaus Maria Stern muss nach gescheiterten Rettungsversuchen seine Pforten schließen. Die Schließung erfolgt nach der Entlassung der letzten Patienten bis zum 28. November. Wie merkur.de berichtet, sind 118 Mitarbeiter von Kündigungen betroffen. Einige von ihnen haben die Hoffnung, ihre Anstellung am Klinikum in Linz am Rhein fortsetzen zu können, doch die Unsicherheit bleibt groß.
Insolvenzverwalter Mark Boddenberg hat bereits mitgeteilt, dass das Krankenhaus nicht mehr von Rettungswagen angefahren wird. Außerdem musste das Krankenhaus vom landesweiten Behandlungskapazitätsnachweis (ZLB) abgemeldet werden, der den Gesundheitszustand der Einrichtungen in Rheinland-Pfalz in Echtzeit angibt. Patienten, die bereits stationär behandelt werden, bleiben zwar noch im Krankenhaus, doch die Sorgen unter dem Personal wachsen. Viele Mitarbeiter haben angekündigt, das Unternehmen zu verlassen, was die Lage zusätzlich verschärft, wie tagesschau.de berichtet.
Gründe für die Insolvenz
Die Insolvenz des Klinikverbunds Linz-Remagen hat ihre Wurzeln in der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Situation. Steigende Kosten und eine angespannte gesundheitspolitische Lage haben das Unternehmen in die Knie gezwungen. Seit Ende März 2025 ist das Krankenhaus offiziell insolvent, wie ebenfalls aus den Berichten hervorgeht. Hintergründe zu dieser Entwicklung finden sich im Ärzteblatt, welches allgemeine Trends zu Krankenhausinsolvenzen in Deutschland aufzeigt.
Aktuell stecken 11 % der Krankenhäuser im „roten Bereich“, was auf eine erhöhten Insolvenzgefahr hinweist. Diese alarmierenden Zahlen kommen nicht von ungefähr, denn Inflation, steigende Personal- und Energiekosten sowie eine nachlassende Zahl an Patienten sind nur einige der Faktoren, die zur prekären Finanzlage vieler Kliniken beitragen.
Der Weg nach vorn
Die Schließung des Krankenhauses Maria Stern ist Teil eines größeren Trends, den auch andere Kliniken in Deutschland erleben. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 29 Insolvenzverfahren für Kliniken gezählt und bereits 7 Klinikstandorte geschlossen. Der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach lässt keine Zweifel daran, dass diese Entwicklung anhalten wird. Mit einem Transformationsfonds könnten jedoch langfristige Lösungen zur Umstrukturierung von Kliniken in Aussicht stehen.
Bürgermeister Björn Ingendahl äußerte sein Bedauern über die Schließung und die gescheiterten Gespräche über eine mögliche Übernahme durch die medizinische Firma IGPmed aus Bonn. Diese Übernahme wäre ein Lichtblick gewesen, doch auch hier blieben die Verhandlungen letztlich erfolglos. Planungen für eine zukünftige Therapieeinrichtung auf dem Grundstück scheinen weiterhin in der Luft zu hängen.
Die Diskussion über Krankenhausinsolvenzen und die damit verbundenen Herausforderungen zeigt, dass hier da liegt was an. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung könnte in den kommenden Monaten weiter auf die Probe gestellt werden, wenn nicht bald Lösungen gefunden werden.