In Pirmasens gibt es frischen Wind in der evangelischen Kirche. Am vergangenen Samstag hat die Kirchengemeinde ein Konzept zur Reduzierung von Gebäudekosten mit dem vielversprechenden Titel „Räume 2030“ beschlossen. Der Entwurf ist das Ergebnis intensiver Arbeiten eines Projektteams und verschiedener Arbeitsgruppen, die seit Herbst 2022 an Lösungen tüfteln. Das Ziel dabei ist klar: Die Gemeinde möchte den Herausforderungen wie steigenden Kosten, sinkenden Einnahmen und Personalmangel wirksam begegnen.
Was steckt hinter dem Entschluss? Ganz einfach: Die evangelische Kirche in der pfälzischen Landeskirche steht unter Druck. Um wirtschaftlich tragfähig zu bleiben, sind die Gemeinden gefordert, ihre Gebäudekosten um bis zu 30% bis zum Jahr 2030 zu senken. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Umweltschonung. Laut den Plänen soll der Treibhausgasausstoß der kirchlichen Gebäude sogar um 90% bis 2035 gesenkt werden. Diese ambitionierten Ziele wurden im Rahmen eines Beschlusses der Landessynode im Jahr 2021 festgelegt. evkirchepfalz.de berichtet, dass bisher nur die Bezirke Germersheim und Ludwigshafen konkrete Ansätze zur Umsetzung vorgestellt haben.
Herausforderungen und Chancen
Die Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst betont, wie wichtig es ist, Orte der Begegnung zu schaffen, die für alle Generationen zugänglich sind, ohne jedoch die Präsenz der Kirche in den Dörfern aufzugeben. Die Resonanz auf die geplanten Maßnahmen war bisher positiv, auch wenn es Skepsis und viele Fragen zu Umnutzungen und energetischen Sanierungen gibt. Dringender Handlungsbedarf besteht bei Gemeindehäusern und Kindertagesstätten, während die Umnutzung von Kirchenräumen eine größere Herausforderung darstellt.
Aus dem Projekt „Räume für morgen“ ziehen die Verantwortlichen bereits eine positive Zwischenbilanz: Die Gemeinden werden aktiv unterstützt und die Pläne zur Einhaltung der Kostenreduktion machen Fortschritte. Beispielsweise hat die Kirchengemeinde Ellerstadt die Vorgaben für die Kostenreduktion bereits erreicht. Auch wenn die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden nicht immer reibungslos verläuft, gibt es dennoch gute Ansätze und Konzepte.
Ein Blick in die Zukunft
Die bevorstehenden Bezirkssynoden im Herbst werden entscheidend sein. Hier sollen die Umsetzungspläne für Kostenreduktion und Emissionsminderung beschlossen werden. Sollte es den Bezirken nicht gelingen, entsprechende Pläne zu präsentieren, könnte die Kirchenregierung weitere Schritte einleiten müssen. Wie die Entwicklungen bei den geplanten Maßnahmen weiter verlaufen, bleibt spannend. Die evangelische Kirche in Pirmasens hat durch den Beschluss, sich von bestimmten Gebäuden zu trennen, ein klares Zeichen gesetzt, dass sie bereit ist, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen.