In Pirmasens wird am kommenden Samstag, den 29. November, eine neue Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen, die sich speziell an junge verwitwete Eltern richtet. Rhein-Pfalz berichtet, dass die Gruppe in der Katholischen Familienbildungsstätte starten wird. Egle Rudyte-Kimmle, Gemeindereferentin und Notfallseelsorgerin, koordiniert die Initiative. Der Bedarf an Unterstützung für junge Mamas und Papas, die ihren Partner verloren haben, ist in der Gemeinde spürbar, und die Gruppe bietet einen geschützten Raum für den Austausch unter Betroffenen.

Der Fokus liegt nicht nur auf der Trauerarbeit, sondern auch auf der alltäglichen Unterstützung. Es ist wichtig, sich in einem geschützten Rahmen über die eigenen Gefühle auszutauschen, und genau das bietet diese Gruppe. Eine Anmeldung ist zwar nicht zwingend erforderlich, wird jedoch empfohlen. Interessierte können Egle Rudyte-Kimmle direkt unter der Telefonnummer 0151 14879853 oder per E-Mail unter jungverwitwet.kartu@gmail.com kontaktieren.

Austausch und Kunstdesign

Doch Pirmasens ist nicht die einzige Stadt, die sich um die Unterstützung junger Verwitweter bemüht. Der Verein für Verwitwete hat kürzlich eine Foto-Ausstellung mit dem Titel „Das Problem sind die Sonntage“ eröffnet, die von Fotograf Jann Höfer begleitet wird. Diese Initiative wird auch von der Texterin Paula Stille sowie den Grafikern Katrin und Jakob Göbel unterstützt. Der Verein berichtet, dass die ursprünglich geplante Wanderausstellung aufgrund der Corona-Pandemie verschoben wurde. Die Ausstellung thematisiert die Rekonstruktion von Erinnerungen und beleuchtet den emotionalen Zustand nach dem Verlust eines Partners.

Besondere Einblicke bietet die Ausstellung durch Bilder und Zitate, die während der Besuche bei sechs betroffenen Familien entstanden sind. Ziel ist es, ein größeres Bewusstsein für die Thematik zu schaffen und den Fokus auf die Zeit nach dem Tod sowie die Rückkehr in den Alltag zu lenken. Eine begleitende Ausstellungszeitung wird an Interessierte versendet und kann sowohl im privaten als auch im öffentlichen Umfeld präsentiert werden.

Unterstützung für Kinder und Jugendliche

Die Trauerarbeit betrifft nicht nur Erwachsene, sondern auch die jüngere Generation, die oft unter dem Verlust eines Elternteils leidet. Die Malteser engagieren sich in vielen deutschen Städten in der Kinder-Trauerbegleitung. Sie bieten Kindern und Jugendlichen geschützte Räume, um ihre Trauer zu verarbeiten. In Hamburg beispielsweise gibt es das „Café Achterbahn“, ein kreatives Lebens- und Trauercafé, das Jugendlichen hilft, ihre Gefühle einzuordnen und damit umzugehen.

Das „KiTT – KinderTrauerTreff“ in Dresden richtet sich an Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren, die ähnliche Verluste erlebt haben. Hier können sie einmal im Monat in einem geschützten Rahmen über ihre Gefühle sprechen, spielen, lachen und malen. Dies schafft nicht nur Raum für Austausch, sondern fördert auch die Akzeptanz der neuen Lebenssituation.

Die Initiativen in Pirmasens und anderen Städten zeigen, wie wichtig es ist, Betroffenen ein Ohr zu leihen und eine unterstützende Gemeinschaft zu fördern. In Zeiten von Verlusten sind gegenseitige Hilfe und Verständnis unerlässlich.