Am 11. November 2025 jährt sich der schwerste Luftangriff auf Lahnstein, der im Jahr 1944 222 Menschen das Leben kostete, zum 81. Mal. Zu diesem Anlass wurde ein Zeitzeugenbericht von Rolf Herrmann aus Dortmund veröffentlicht, der als Jugendlicher die Schrecken dieses Ereignisses hautnah erlebte. Herrmann, dessen Familie vor den Bombardierungen des Ruhrgebiets nach Hohenrhein floh, erinnert sich an einen schicksalhaften Tag an seiner ehemaligen Schule, dem Gymnasium am Schillerpark.

Am Nachmittag des 11. November 1944 erlebte Herrmann einen verheerenden Luftangriff. Ein Flügel seiner Schule wurde dabei vollständig zerstört. “Die Kinder gewöhnten sich so sehr an die Luftalarme, dass sie sogar währenddessen im Schulkeller Spiele veranstalteten”, erklärt Herrmann. Doch die Ängste und das Dröhnen der Bomben waren allgegenwärtig. Frauen beteten verzweifelt und gerieten in Panik, als die Schule direkt getroffen wurde. Herrmann selbst blieb allein im Keller zurück, bis ein Feuerwehrmann ihn dazu ermutigte, nach draußen zu kommen.

Erinnerungen an Verlust und Angst

Als Herrmann schließlich das Schulgelände betrat, fand er sein beschädigtes Fahrrad inmitten der Trümmer. Auf dem Rückweg nach Hohenrhein vernahm er erneut das bedrohliche Geräusch der Bomber und suchte Schutz unter einer Pappel. Eine Bombe hinterließ einen tiefen Krater am Bahnübergang, und Herrmanns Mutter erzählte später, dass er nach dem Angriff blass und erschüttert nach Hause kam.

Die Erinnerungen an solche Erlebnisse sind schmerzhaft. Der Luftkrieg forderte in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs mehr als 500.000 zivile Opfer, ein tragischer Teil der Geschichte, den auch Herrmann nicht vergessen kann. „Die unzähligen Nächte in den Luftschutzbunkern und die ständige Angst prägten unseren Alltag“, schildert Herrmann.[DHM] berichtet, dass es bis Ende 1942 von Adolf Hitler sogar noch einen Befehl gab, Luftangriffe auf Wohngegenden zu untersagen, was jedoch letztlich hinfällig wurde, als die britischen Bomber ihre Angriffe auf Städte wie Köln, Rostock und Dresden intensivierten.

Aktivitäten zur Erinnerung

Um an diese dunkle Zeit zu erinnern, bietet Gästeführer Michael Eisenbarth am 16. und 23. November eine Themenführung unter dem Titel „Auf den Spuren des Zweiten Weltkriegs“ durch Lahnstein an. Diese Führungen thematisieren die Auswirkungen der Luftangriffe auf die Bevölkerung und die Infrastruktur der Stadt. Der Treffpunkt für die Führung ist gegenüber dem Alten Rathaus, und die Kosten betragen 6,00 Euro pro Person; Kinder und Jugendliche bis 12 Jahre können kostenlos teilnehmen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Insgesamt bleibt die Erinnerung an die Bitternis des Krieges in den Köpfen der Menschen lebendig. Die regelmäßige Auseinandersetzung mit dieser Geschichte, auch durch Führungen und Berichte wie den von Rolf Herrmann, zeigt, dass wir aus der Vergangenheit lernen sollten.